Umsatz steigt
Bahn fehlt Geld für neue Strecken

Die knappe Kassenlage des Bundes wird Neu- und Ausbauprojekte im Schienennetz um Jahre verzögern. Die künftige Infrastrukturfinanzierung wird einer der Streitpunkte in der heutigen außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn AG in Berlin sein.

DÜSSELDORF. Die Eisenbahner-Gewerkschaften laufen seit Wochen Sturm gegen Kürzungen bei den Schieneninvestitionen und hatten die außerordentliche Aufsichtsratssitzung gefordert. Aus- und Neubau sowie Erhalt der Schiene seien vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung und zur Sicherung von mehreren 100 000 Arbeitsplätzen von herausragender Bedeutung. „Einigermaßen sichergestellt“ seien bisher nur die Ersatzinvestitionen in das bestehende Streckennetz, hieß es bei der Bahn. Bei neuen Projekten werde man Prioritäten setzen müssen.

Eine große Last, die die Bahn zusätzlich mit sich schleppt, sind Baukosten-Überschreitungen von rund 2 Mrd. Euro bei den Neubaustrecken Köln-Frankfurt, Nürnberg-München und dem neuen Berliner Zentralbahnhof. Regierungskreisen zufolge hat der Bund dafür kein zusätzliches Geld.

Bahnchef Hartmut Mehdorn kann jedenfalls gelassen in die Aufsichtsratssitzung gehen. Denn er wird dem Gremium eine positive Zwischenbilanz vorlegen: Der Konzern hat trotz der katastrophalen Einbrüche im Fernverkehr nach der Einführung des neuen Preissystems in den ersten neun Monaten dieses Jahres den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 % gesteigert. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen.

Der Bahnchef wird, so erfuhr das Handelsblatt weiter, den Aufsichtsräten heute berichten, dass die Planungen für das Gesamtjahr erreicht würden. Das Betriebsergebnis bleibe zwar negativ, sei aber erwartungsgemäß nicht so schlecht wie im Vorjahr (-493 Mill. Euro). An dem Ziel, die Kapitalmarktfähigkeit bis 2005 zu erreichen, hält der Vorstand fest.

„Die Bahn hat eine relativ robuste Geschäftsentwicklung, trotz des Sanierungsfalls Fernverkehr. Die Kostensenkung zeige endlich Wirkung“, sagte ein mit dem Konzern vertrauter Unternehmensberater, der nicht genannt werden wollte. Die Eisenbahner-Gewerkschaften zweifeln indes an der Konzernplanung. Sie gehe von zu optimistischen Erwartungen bei Wirtschaftswachstum und Verkehrsleistungen aus.

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