Umsatz und Gewinn des Rüstungskonzerns stabil
Diehl befürchtet Probleme in den USA

Der große deutsche Rüstungshersteller Diehl sieht sein Wehrtechnik-Geschäft durch die politischen Verstimmungen zwischen Deutschland und den USA belastet. „Ich befürchte, dass die USA bei neuen gemeinsamen Vorhaben wesentlich restriktiver sein werden“, sagte Konzernchef Thomas Diehl am Mittwoch in Nürnberg. „Es gibt dafür gewisse Anzeichen.“

HB/dpa NÜRNBERG. Diehl beklagte seit Jahren sinkende Ausgaben des Bundes in Forschung und Entwicklung von Rüstungstechnik. „Wir laufen Gefahr, technologisch den Abschluss zu verlieren.“ Es gebe kein nennenswertes nationales Rüstungsprogramm mehr. Diehl ist einer der großen deutschen Wehrtechnik-Produzenten und erzielt etwa 37 % seines Gesamtumsatzes in diesem Bereich.

Dank der Zuwächse mit der Wehrtechnik blieben Umsatz und Gewinn im Gesamtkonzern 2002 stabil. Ein leichter Rückgang der Erlöse um 36 Mill. € auf 1,43 Mrd. € sei ausschließlich auf einen veränderten Konsolidierungskreis zurückzuführen, sagte Thomas Diehl. Der Überschuss stieg leicht um 2,2 % auf 29,8 Mill. €.

Für das laufende Jahr erwartet die Diehl Stiftung & Co. KG nur geringfügiges Wachstum. Durch die Konsolidierung der Hydrometer-Gruppe (Ansbach), die Wasser- und Wärmezähler herstellt, werde der Gesamtumsatz auf 1,6 Mrd. € steigen. Das Ergebnis soll in der Größenordnung des Vorjahrs liegen. Dank guter internationaler Positionierung sei man in einer Warteposition, um bei wieder anziehender Konjunktur überproportional zu profitieren. Perspektiven sieht Diehl besonders in China und den USA. „Wir werden unser Wachstum im Ausland holen müssen“, sagte er.

In der Sparte Verteidigungssysteme und Avionik wuchs der Umsatz 2002 um 10,6 % auf 662 Mill. €. Von herausragender Bedeutung sei der erfolgreiche Abschluss der Entwicklungsphase für das europäische Flugkörperprogramm IRIS-T gewesen, sagte Diehl. Der Bereich Munitionssysteme habe mit Aufträgen zur Modernisierung des Raketenwerfersystems RM 70 in Mittel- und Osteuropa neue Märkte erschlossen. Die Avionik (elektronische Steuerungsteile in Flugzeugen) profitierte von Aufträgen für Eurofighter, Tiger und NH 90 sowie auf zivilem Gebiet für den Airbus A 380.

Der Teilbereich elektronische Steuerung (Controls) verzeichnete ein leichtes Umsatzplus auf 228 Mill. €. Einen deutlichen Rückgang gab es dagegen in der Metallsparte (421 Mio Euro). Diehl beschäftigte zum Jahresende 2002 weltweit 9827 Mitarbeiter, 701 weniger als ein Jahr zuvor.

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