Umsatzeinbruch bei Alcopops
Diageo verfehlt Wachstumsziel

Wegen des Umsatzeinbruchs bei Alcopops hat der Spirituosenvertreiber Diageo Deutschland sein Wachstumsziel im Geschäftsjahr 2003/04 deutlich verfehlt. „Die Strafsteuer für Alcopops ist diskriminierend“, kritisierte Geschäftsführer Uwe Schneider.

HB FRANKFURT. Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 291,2 Millionen Euro, teilte Geschäftsführer Uwe Schneider am Dienstag in Frankfurt mit. Ursprünglich war ein Wachstum von 5 Prozent geplant. 2004/05 rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Umsatzrückgang von 9 Prozent. Die Belegschaft von 173 (Vorjahr: 179) Mitarbeitern werde aber nicht weiter reduziert.

Diageo vertreibt das alkoholische Mixgetränk Smirnoff Ice. „Die Strafsteuer für Alcopops ist diskriminierend“, kritisierte Schneider. Für Wein gebe es keine Steuer, für Bier sei sie sehr viel niedriger. Zudem löse eine Abgabe nicht das Problem des Alkoholmissbrauchs. Deshalb will Diageo Verfassungsbeschwerde einlegen. Im August war die Deutschland-Tochter des Weltmarktführers Diageo in Karlsruhe mit einem Eilantrag gegen die Steuer gescheitert. Seit Anfang August werden Alcopops mit einer zusätzlichen Abgabe von 80 bis 90 Cent je Flasche belegt. Damit sollen Jugendliche vom Konsum des Modegetränks abgehalten werden.

„Wir werden die Ready-to-drinks nicht aufgeben“, betonte Schneider. Im Dezember werde das Unternehmen seine neue Strategie bekannt geben. Im Vorgriff auf die Steuer hatten viele Händler die Mixgetränke bereits aus dem Sortiment genommen. Der Absatz von Smirnoff Ice brach um 38,5 Prozent und damit noch stärker als der Gesamtmarkt für Alcopops ein. Der Umsatz ging um 37 Prozent zurück. Im Geschäftsjahr 2002/03 hatte das neu eingeführte Getränk noch einen Umsatzanteil von 50 Prozent, 2004/05 werde er nur noch bei 15 bis 20 Prozent liegen. Wegen des Vertriebs in Mehrwegflaschen werde Smirnoff Ice aber Marktführer bleiben.

Die Umsatzeinbrüche will das Unternehmen mit Innovationen wie Baileys in Miniflaschen oder Smirnoff-Wodka mit verschiedenen Geschmacksrichtungen auffangen. Die neuen Produkte sollen 2004/05 auf einen Umsatzanteil von zehn Prozent kommen. Diageo vertreibt mehr als 40 Spirituosen, darunter Johnnie Walker, Gordon's Gin und Guinness.

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