Umsatzeinbruch
Getränkehandel gerät in den Sog der Krise

Mit Kampfpreisen für Bier und Mineralwasser lockt der Lebensmittelhandel die Kunden - und treibt den Getränkefachgroßhandel in die Krise. Nach sprudelnden Gewinnen im vergangenen Jahr rechnet die Branche nun mit fallenden Umsätzen und Gewinnen. Brachenverbände mahnen zur Preisdisziplin.

DÜSSELDORF. Sinkende Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Jahr trüben die Stimmung unter den deutschen Getränkefachgroßhändlern.

Im vergangenen Jahr hatte der Branchenumsatz noch um mehr als drei Prozent zulegt. Nun gehen die im Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (GFGH) organisierten Betriebe für das Jahr 2009 zu 50 Prozent von fallenden Umsätzen und sogar zu 55 Prozent von sinkenden Gewinnen aus. Dies ist das Ergebnis einer internen GFGH-Umfrage. Die Unternehmen des Getränkegroßhandels organisieren den Vertrieb zwischen den Getränkeproduzenten wie Brauereien und Mineralbrunnen einerseits und den Betrieben des Handels und der Gastronomie andererseits.

„Die Krise klopft langsam auch bei uns an“, sagte Verbandschef Günther Guder bei der Vorstellung der Umfrage in Düsseldorf. Anfang des Jahres büßte der Getränkefachgroßhandel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bereits vier Prozent seiner Erlöse ein. Der Getränke-Einzelhandel verlor sogar mehr als neun Prozent seiner Umsätze, was nach Ansicht von Experten teilweise aber auf Vorratskäufe aufgrund einer allgemeinen Bierpreiserhöhung am Jahresanfang zurückzuführen ist.

Verbandschef Guder weigert sich jedoch beharrlich, ebenfalls Trübsal zu blasen. Denn er hält Betriebe seiner Branche für die Krise gut gerüstet. Viele, besonders die in der Belieferung der Gastronomie tätigen Unternehmen, würden inzwischen über eine gut Eigenkapitalausstattung verfügen.

Guder mahnte die deutschen Großbrauereien zur Preisdisziplin. Durch eine Fülle an Sonderangeboten in den Läden des hoch konzentrierten Lebensmitteleinzelhandels entstehe der Eindruck, dass die von den Brauereien durchgefochtene Bierpreiserhöhung offenbar nur für den Fachhandel und die Gastronomie gelte, meint Guder. Dies wird von den betroffenen Brauereien jedoch energisch bestritten. Weiteres Ungemach droht Händlern und Industrie inzwischen im Mineralwassergeschäft. Trotz historisch niedriger Mineralwasserpreise im deutschen Discount von 19 Cent pro 1,5-Liter-Flasche, weichen einige heimische Verbraucher nach Erkenntnissen der Industrie inzwischen auf Leitungswasser aus.

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