Umsatzeinbruch
Leidende Airlines hoffen auf Entlastung

Weltweit befinden sich die Airlines im konjunkturellen Tiefflug. Die Passagieraufkommen sanken um rund fünf Prozent, fast ein Viertel der Frachtumsätze sind weggebrochen. Die Branche befürchtet eine Bruchlandung und hofft auf Abgabensenkungen.

FRANKFURT. British Airways erwartet im Gesamtjahr rote Zahlen, Air France-KLM kappt die Kapazitäten weiter und Lufthansa Cargo meldet Kurzarbeit für 2 600 Mitarbeiter an. Kein Zweifel: Die Airlines stecken in einer tiefen Krise. „Das Jahr 2009 wird eines der schwersten für die weltweite Luftfahrtindustrie“, prognostiziert Giovanni Bisignani CEO der Welt-Luftfahrtorganisation IATA.

Tatsächlich zeigen die jüngsten Daten eine erschreckende Talfahrt. Das internationale Passagieraufkommen fiel im Dezember um 4,6 Prozent und damit zwar noch verhältnismäßig moderat. Im Frachtgeschäft brach die transportierte Menge aber um beeindruckende 22,6 Prozent ein – ein Minus, das selbst den Rückgang nach den Terrorattacken vom September 2001 in den Schatten stellt.

Zwar versuchen die Airlines mit Kapazitätskürzungen gegenzusteuern. Zudem kommt Entlastung von der Treibstoffseite. Nachdem der Ölpreis massiv eingebrochen ist, kostet auch das Kerosin deutlich weniger. Zwar haben Airlines wie etwa Lufthansa sich noch im alten Jahr zu den damals höheren Preisen abgesichert. Dennoch wird auch die deutsche Fluggesellschaft im schwierigen Jahr 2009 deutlich weniger für den Treibstoff bezahlen als im Jahr 2008. Offiziellen Angaben zur Folge rechnet das Management hier mit einer Ersparnis von immerhin zwei Milliarden Euro.

Allerdings geht das Geschäft derzeit so schnell bergab, dass Treibstoffersparnis oder Kapazitätskürzungen das Leiden der Branche nur begrenzt mildern können. „Solange diese Entwicklung nicht im Gleichgewicht ist, können nicht einmal die fallenden Treibstoffpreise verhindern, dass die Industrie immer tiefer in die roten Zahlen gerät“, beschreibt Bisignani die aktuelle Situation.

Deshalb pocht die Industrie vehement darauf, nicht noch weiter belastet zu werden. Ein Dorn im Auge sind Managern wie LH-Chef Wolfgang Mayrhuber dabei etwa die geplanten Emmissionsabgaben für Airlines in Europa, aber auch Auflagen etwa bei Nachtflügen. Dagegen könnte ein einheitlicher europäischer Luftraum „Single European Sky“ der Branche wichtige Entlastungen bringen.

Doch die aktuelle Talfahrt der Branche hat längst auch die Debatte um die Investitionen in solche Luftfahrt-Infrastrukturprojekte neu angefacht. Branchenexperten warnen bereits davor, diese nun wieder zu verzögern. Sie verweisen darauf, dass bisher nach jeder Krise die Nachfrage sowohl in der Passage als auch im Frachtbereich wieder angezogen hat. Die IATA etwa erwartet, dass nach einem Rückgang der Passagierzahlen von drei Prozent in diesem Jahr, die Zahl schon im kommenden Jahr wieder leicht um 0,9 Prozent zulegen wird. 2012 soll das Plus bereits wieder bei beachtlichen 6,8 Prozent liegen. Ganz ähnlich sieht das Langfrist-Szenario in der Fracht aus.

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