Umsatzminus mit Markenartikeln
„Geiz ist nicht mehr geil“

Die Anbieter konsumnaher Markenartikel tun sich in Deutschland schwer. Im reinen Konsumgütergeschäft war der Inlandsumsatz im vergangenen Jahr rückläufig. Insgesamt greifen die Verbraucher aber wieder verstärkt zu Markenartikeln, auch wenn sie etwas teurer sind als die preisgünstigen Handelsmarken.

HB HAMBURG. „Geiz ist nicht mehr geil“, sagte Johann C. Lindenberg, der Vorsitzende des Markenverbandes, am Dienstag in Hamburg. Auch Discounter wie Lidl oder Penny setzten vermehrt auf etablierte Marken, nicht jedoch Aldi. So habe im vergangenen Jahr der Umsatz mit Markenwaren aus deutscher Produktion um drei Prozent auf 347 Mrd. € zugelegt und im laufenden Jahr sei mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechnen. Das Wachstum war allerdings im Ausland mit 4,8 % deutlich stärker als im Inland mit 1,5 %.

Lindenberg zitierte Untersuchungen, nach denen 83 % der Verbraucher mehr auf die Qualität achten, wenn sie ein Produkt kaufen, dagegen 17 % mehr auf den Preis. Das sei eine deutliche Verschiebung zu früheren Erhebungen, als beide Gruppen etwa gleich stark waren. „Diese Ergebnisse decken sich mit den Beobachtungen von Einzelhandelsexperten, wonach die Discounter inzwischen an ihre Wachstumsgrenzen stoßen“, sagte Lindenberg. „Der Einkauf beim Discounter wird als graue Routine erfahren und erzeugt ein Gefühl der Verarmung.“

Im Markenverband sind rund 400 Unternehmen aus allen Branchen zusammengeschlossen, die Markenartikel herstellen. Rund ein Drittel der Mitglieder produzieren meist in geringem Umfang auch günstige Handelsmarken für Supermarkt-Ketten und Discounter, um ihre Kapazitäten auszulasten. „Wir raten dazu, besser die Kapazitäten anzupassen, als sie auf diese Weise zu nutzen“, sagte Lindenberg. Die bei den Verbrauchern verbreitete Vermutung, dass die Handelsmarken mit ähnlichen Markenartikeln identisch seien, sei allerdings falsch. „Die Wirklichkeit sieht anders aus“, erklärte der Verbandschef, der im Hauptberuf die Deutsche Unilever führt.

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