Umsatzminus zum Trotz
Metro bleibt bei Gewinnprognose

Der Metro-Konzern vermeldet seine Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr. Schlechte Wechselkurse lassen die Erlöse sinken. Doch die Entwicklung ist positiv – und auch die Gewinnprognose steht weiter.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro setzt auf klingelnde Kassen im Weihnachtsgeschäft. Der Konzern mit seinen Großmärkten, der Elektronikhandelskette Media-Saturn und den Real-Supermärkten erwarte gute Geschäfte im laufenden Quartal, teilte Metro am Montag in Düsseldorf mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 wies Metro aber ein Umsatzminus aus – unter anderem negative Wechselkurseffekte drückten die Erlöse des stark in Osteuropa und China engagierten Konzerns um 1,2 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro.

Bereinigt um diese Effekte und Marktschließungen konnte Metro aber im Gesamtjahr ein Umsatzplus von 1,5 Prozent ausweisen, im vierten Quartal lag das Plus bei 1,3 Prozent. Zudem konnte das frühere Sorgenkind Media-Saturn den Umsatz deutlich steigern. Seine Gewinnprognose dürfte Konzernchef Olaf Koch erreicht haben. Die Metro-Aktie legte im Frühhandel rund drei Prozent zu.

„Das Geschäftsjahr 2014/15 markiert eine Zeitenwende für die Metro Group“, bilanzierte Metro-Chef Olaf Koch. „Wir haben es geschafft, wieder Dynamik in unser Kerngeschäft zu bringen.“ Koch hat dem Konzern Wachstum im wichtigen Online-Geschäft verordnet, Hoteliers und Kunden aus der Gastronomie sollen zudem verstärkt direkt mit Waren versorgt werden. Damit will Koch den Umsatz ankurbeln. Flächenbereinigt konnte Metro die Erlöse in den Großmärkten im Geschäftsjahr steigern. Das Großmarktgeschäft macht rund die Hälfte des Konzern-Umsatzes aus.

Koch bestätigte für das abgelaufene Geschäftsjahr die Prognose ausdrücklich, den operativen Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren aus fortgeführten Aktivitäten gegenüber den 1,531 Milliarden Euro aus dem Vorjahr leicht zu steigern. Nach dem Verkauf der Warenhauskette Kaufhof an den nordamerikanischen Konzern Hudson's Bay habe Metro zudem Geld für Zukäufe, unterstrich er. Rund 1,75 Milliarden Euro sind aus der Veräußerung in die Kassen der Metro geflossen. Das Kerngeschäft rund um die Großhandelsmärkte (C&C) und Europas größte Elektronikmarktkette Media-Saturn sowie das Online-Geschäft sollen nun ausgebaut werden.

Der Handelskonzern befindet sich im Umbruch. Aber auch im Aktionärskreis gibt es Veränderungen, der langjährige Ankerinvestor Haniel schmilzt seinen Anteil ab. Firmenpatriarch Franz Markus Haniel will nach der Metro-Hauptversammlung im Februar 2016 seinen Posten als Aufsichtsratschef abgeben, der ehemalige Chef des weltgrößten Schokolade- und Kakao-Herstellers Barry Callebaut, Jürgen Steinemann, soll dann an der Spitze des Metro-Aufsichtsrats Kochs' Wirken überwachen.

Auch bei Media-Saturn steht Koch weiter vor Herausforderungen. Der Metro-Chef liegt im Dauer-Clinch mit dem Media-Saturn Mitgründer Erich Kellerhals. Media-Saturn schaffte 2014/15 ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro. Koch dürfte auch hier auf gute Geschäfte an den Feiertagen setzen. Händler fahren traditionell den Löwenanteil ihrer Gewinne im Weihnachtsgeschäft ein. Im deutschen Heimatmarkt brummt der Einzelhandel, der Branchenverband HDE erwartet 2015 ein Rekordjahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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