Umsatzplus nur bei Lebensmitteln
Konjunkturflaute trifft Einzelhandel

Die Flaute im deutschen Einzelhandel hält an. Die Branche klagt zum zweiten Mal binnen zwei Jahren über gesunkene Umsätze.

HB WIESBADEN. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz der Branche im vergangenen Jahr nominal (in jeweiligen Preisen) und real (unter Herausrechnung der Inflation) um jeweils ein Prozent.

Damit habe der Einzelhandel das zweite Jahr in Folge niedrigere Umsätze gegenüber dem Vorjahr erzielt, teilte das Amt in Wiesbaden mit. Von Januar bis November 2003 setzten die Einzelhändler den Angaben zufolge nominal 0,7 Prozent und real 0,8 Prozent weniger um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

„Hauptursache war der Arbeitsmarkt und damit die schwache Entwicklung der Einkommen“, erklärte Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Neben der Angst vor dem Arbeitsplatzverlust habe aber auch die anhaltende Reformdebatte den Konsumenten die Kauflaune vermiest. So hätten sich die Verbraucher stärker zurückgehalten, als auf Grund der Einkommensentwicklung eigentlich nötig gewesen wäre, so Bürkl. Der Trend zum Angstsparen offenbarte sich auch in der deutlich gestiegen Sparquote.

Mehr verkauft hat nur der Lebensmitteleinzelhandel: Hier kletterte der Umsatz in den ersten elf Monaten 2003 nominal um 1,7 und real um 1,2 Prozent. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln gingen die Umsätze dagegen nominal um 2,4 Prozent und real um 2,1 Prozent zurück.

Für das laufende Jahr rechnet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) wieder mit einem leichten Umsatzplus von 0,5 bis ein Prozent zum Vorjahr. Ein einprozentiges Wachstum reiche allerdings nicht aus, um weitere Arbeitsplatzverluste und Geschäftsschließungen zu vermeiden und neue Investitionen anzustoßen, sagte HDE-Präsident Hermann Franzen. Um weitere Stellenstreichungen und Insolvenzen im Handel zu vermeiden, müsse die Politik eine überzeugende Steuer- und Arbeitsmarktreform bieten, forderte er.

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