Umsatzrückgang auch bei Metro-Großmärkte
Real und Adler bescheren Metro Quartalsverlust

Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat im zweiten Quartal bedingt durch Sonderbelastungen rote Zahlen geschrieben.

HB DÜSSELDORF. In seiner am Donnerstag veröffentlichen Quartalsbilanz weist der Düsseldorfer Konzern unter dem Strich einen Verlust von 257 Millionen Euro aus. Einmalaufwendungen für die Abgabe von 27 Real-Märkten und die Abschreibung der Modekette Adler in der Bilanz führten zu negativen Sondereffekten von rund 600 Millionen Euro.

Bereinigt um die Sonderfaktoren legte Metro im zweiten Quartal kräftig zu: Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) stieg um 8,6 Prozent auf 329 Millionen Euro. Inklusive der Sondereffekte wurde ein operativer Verlust von 282 Millionen Euro verbucht nach einem operativen Gewinn von 303 Millionen Euro im zweiten Quartal 2007. Der Umsatz nahm um rund 7 Prozent auf 16 Milliarden Euro zu.

Die zum Verkauf stehende Warenhauskette Kaufhof litt im zweiten Quartal unter dem schwachen Nachfrage nach Bekleidung. Der Umsatz der Kölner Metro-Tochter, die auch in Belgien aktiv ist, ging um rund drei Prozent auf 764 Millionen Euro zurück. In Deutschland sankt der Umsatz flächenbereinigt sogar um 3,4 Prozent. Der operative Verlust wurde trotz des Umsatzrückgangs leicht um 2 Prozent auf rund 29 Millionen Euro reduziert. Das sei durch ein größeres Angebot in den oberen Preislagen sowie straffes Kostenmanagement möglich gewesen.

Die gleichnamigen Großhandelsmärkte der Metro für Gewerbetreibende verzeichneten in Deutschland ebenfalls einen Umsatzrückgang. Die Erlöse im Inland gingen um 1,7 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zurück (flächenbereinigt minus 2,9 Prozent). Als ein Grund wurde ein rückläufiges Geschäft mit Waren außerhalb des Lebensmittel-Sortiments genannt. Außerdem fiel das Ostergeschäft in das erste Quartal. Der Umsatz inklusive Ausland stieg um 5,3 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro und der operative Gewinn um 5,5 Prozent auf 297 Millionen Euro.

Die Elektronikketten Media Markt und Saturn erzielten im zweiten Quartal zweistellige Zuwachsraten und erwiesen sich damit erneut als ein Wachstumsmotor des Konzerns. Der Umsatz kletterte um fast 14 Prozent auf 4 Milliarden Euro. In Deutschland erzielten die Ketten flächenbereinigt, also nach Abzug zusätzlicher Verkaufsflächen in neuen Märkten, 4,6 Prozent mehr Umsatz. Dies gehe auch auf die umfangreiche Werbung zurück. Der operative Gewinn stieg um fast 15 Prozent auf 62 Millionen Euro und damit stärker als der Umsatz.

Bei der Lebensmittelkette Real zeigt die Werbung nach Angaben des Mutterkonzerns Metro ebenfalls Wirkung. Im zweiten Quartal nahm der Umsatz in Deutschland flächenbereinigt um 5 Prozent zu. Sowohl der Durchschnittsumsatz pro Kunde als auch die Zahl der Kunden seien gestiegen. Bundesweit hat Real in den vergangenen zwölf Monaten 25 Märkte an andere Nutzer abgegeben oder geschlossen. Damit bekommt das Auslandsgeschäft mehr Gewicht. Inklusive der Filialen in Osteuropa stieg der Real-Umsatz um fast 7 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Das laufende Sanierungsprogramm für Real hinterließ tiefe Spuren in der Quartalsbilanz. Der operative Verlust der Mönchengladbacher Metro-Tochter schoss durch Sondereffekte auf 245 Millionen Euro in die Höhe nach 45 Millionen Euro im zweiten Quartal 2008. Darin sind Aufwendungen für die Straffung des Ladennetzes um 27 Märkte von 223 Millionen Euro enthalten. Ende Juni betrieb Real 429 Filialen, davon 342 in Deutschland und 87 in Osteuropa. Metro will das Geschäft von Real in Deutschland innerhalb von zwei Jahren nachhaltig verbessern.

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