Umsatzrückgang durch Restrukturierung
Spar halbiert operative Verluste

Nach dem Abschluss ihres Sanierungsprogramms hat Spar seinen operativen Verlust mehr als halbiert. Der angeschlagene Handelsriese ist zuversichtlich, das Ergebnis im Jahresverlauf weiter zu stabilisieren.

HB HAMBURG. Allerdings führte die Sanierung auch zu einem Umsatzrückgang, der sich auch im zweiten Halbjahr fortsetzen werde, teilte Spar am Mittwoch mit. Spar will noch im laufenden Jahr alle verbliebenen selbst geführten Verbrauchermärkte abgeben oder schließen.

Der operative Verlust sei nach Ablauf der ersten sechs Monate um 51,6 Prozent auf 31,2 Millionen Euro gesunken, teilte Deutschlands siebtgrößter Lebensmittelhändler anlässlich der Hauptversammlung mit. Grund sei in erster Linie die erfolgreiche Restrukturierung der Verbrauchermärkte, deren operativer Verlust im ersten Halbjahr um zwei Drittel auf 22,5 Millionen Euro gesunken sei.

„Mit diesem Ergebnis ist eine gute Grundlage geschaffen, um das Unternehmen weiter zu stabilisieren und das Ergebnis 2004 insgesamt deutlich zu verbessern“, sagte der seit Anfang Juli amtierende neue Vorstandsvorsitzende Stephan Schelo. Notwendig seien allerdings weitere Kosteneinsparungen im Verwaltungsbereich. Die Zahl der Mitarbeiter ging binnen Jahresfrist bereits um 3663 auf 17 454 zurück. Der frühere Spar-Vorstand hatte noch erklärt, das operative Ergebnis im Gesamtjahr um mehr als 50 Prozent verbessern zu wollen.

Die Restrukturierung führte im ersten Halbjahr allerdings auch zu einem Umsatzrückgang der Gruppe von 227 Millionen Euro auf 2,793 Milliarden Euro. Im Verlauf des Jahres sei wegen der angepeilten vollständigen Ablösung der selbst geführten Verbrauchermarktfilialen mit weiteren Umsatzrückgängen zu rechnen, kündigte Spar an. In den ersten sechs Monaten schrumpfte die Zahl dieser in Eigenregie gesteuerten Märkte auf 81 von ursprünglich 154. 39 Märkte seien an selbstständige Spar-Händler übergeben worden, 21 seien verkauft worden und 13 geschlossen worden. Der Umsatz der Verbrauchermarktsparte brach deshalb um fast 300 Millionen Euro auf 197 Millionen Euro ein.

Die zur Gruppe gehörende Großhandelssparte verlor knapp 35 Millionen Euro Umsatz auf 1,063 Milliarden Euro. Die wichtigste Sparte hingegen, die Netto-Discountmärkte, konnten ihren Umsatz um 7,5 Prozent auf 1,533 Milliarden Euro steigern.

Schelo hatte Ende Juni überraschend den 60-jährigen Fritz Ammann abgelöst. Zugleich war mit Ammann Finanzchef Wolf-Dietrich von Heyking gegangen. Sein Nachfolger wurde Friedrich Lay.

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