Umsatzrückgang in 2005
Versandhandel hofft auf Online-Besteller

Der deutsche Versandhandel hat in 2005 schon das zweite Jahr in Folge weniger Geschäft gemacht. Vor allem bei den Universalversendern brachen die Umsätze weg. Dagegen legten die Onlinehändler kräftig zu. Auf diesen Vertriebsweg hofft nun die ganze Branche.

HB FRANKFURT. Wegen gesunkener Erlöse im traditionellen Kataloggeschäft verbuchte die Branche im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent auf 20 Mrd. Euro, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels am Montag in Frankfurt mitteilte. 2004 waren die Umsätze bereits um 3,4 Prozent zurückgegangen. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Internet. Rund zehn Jahre, nachdem die kommerzielle Nutzung des weltweiten Computer-Netzwerks begonnen hat, wird etwa jeder dritte Euro im Versandhandel online umgesetzt.

Nach dem Umsatzrückgang in 2005 erwartet die Branche für das laufende Jahr einen Sprung auf 26,3 Mrd. Euro. Bislang war der Handel von einer Stagnation ausgegangen. Grund für die deutliche Anhebung der Prognose ist eine Umfrage von TNS Infratest unter rund 24 000 Verbrauchern zum Ausgabeverhalten im Versandhandel, die der Verband in Auftrag gegeben hatte.

„Unser größter Wachstumsmotor ist der Onlinehandel“, sagte Verbandspräsident Rolf Schäfer. Die reinen Internet-Händler legten nach Angaben von Schäfer im vergangenen Jahr um 19,8 Prozent zu. Eine bedeutende Rolle spielten auch die kommerziellen Nutzer der Aktionsplattform Ebay, die so genannten Power-Seller. Sie setzen in Deutschland 2005 rund 2 Mrd. Euro um. Zulegen konnten auch die Teleshopping-Angebote mit einem Plus von 15,5 Prozent. Hingegen verloren Universalversender 9 Prozent und Spezialversender 1,1 Prozent Umsatz. Schäfer rät den Unternehmen deshalb zur Verbindung von Katalog und Internet-Auftritt. „Wir gewinnen durch E-Commerce neue Kunden“, sagte er.

Höhere Mehrwertsteuer kann kaum an Kunden weitergegeben werden

Statistisch gesehen gibt den Angaben zufolge jeder Bundesbürger im Schnitt 318 Euro im Jahr im Versandhandel aus. Der Versandhandel erreicht damit einen Rekordanteil am gesamten deutschen Einzelhandel von 6,8 Prozent.

Gute Nachrichten für die Verbraucher, aber weniger für die Händler, hatte Schäfer angesichts der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007: Einen erheblichen Teil der zusätzlichen Kosten werde die Branche nicht an die Konsumenten weitergeben können. Die Vergleichbarkeit der Kataloge und ihre zum Teil lange Laufzeit über den Jahreswechsel hinweg würden in vielen Fällen eine Änderung der Preise verbieten.

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