Umsatzschwäche: Englische Pubs dürsten nach Fusionen

Umsatzschwäche
Englische Pubs dürsten nach Fusionen

Die durch Rauchverbot und Konsumschwäche gebeutelte britische Pub-Branche steht vor einer weiteren Konsolidierung. Nachdem sich in der vergangenen Woche die Kette Mitchells & Butlers zum Verkauf stellen musste, versucht sich ein Konkurrent an der Fusion, die einen neuen Branchenriesen erzeugen könnte.

LONDON. Der Marktführer Punch Taverns hat dem angeschlagenen Konkurrenten Mitchells & Butlers eine Fusion angeboten. Dabei würden die Anteilseigner jeder Seite die Hälfte an dem neuen Unternehmen erhalten. Außerdem bietet Punch den Aktionären des Konkurrenten eine Barzahlung von 175 Mill. Pfund (233 Mill. Euro) an. Dem neuen Pub-Giganten würden 10 500 der 60 000 Lokale in England und Wales gehören. Er hätte Analysten zufolge einen Unternehmenswert von rund elf Mrd. Pfund einschließlich Schulden.

Mitchells & Butlers hat sich in der vergangenen Woche selbst zum Verkauf gestellt, nachdem der Vorstand mit missglückten Hedging-Geschäften 274 Mill. Pfund eingebüßt hatte. Hintergrund der Geschäfte war der geplante Verkauf des Immobilienbesitzes an den Investor Robert Tchenguiz, der an der plötzlichen Verschlechterung der Bedingungen an den Finanzmärkten gescheitert war.

Tchenguiz wird die Rolle des Königsmachers zukommen, denn er besitzt noch immer 23 Prozent an Mitchells & Butlers. In der Londoner City wird er als ein möglicher Gegenbieter gehandelt. Finanzinvestoren, die seit langem eine starke Rolle in der Branche spielen, haben sich im Moment weitgehend zurückgezogen. Der Vorstand von Mitchells & Butlers kündigte an, das Angebot von Punch ebenso wie andere vorliegende Anfragen zu prüfen.

Analyst Tim Ramskill von Dresdner Kleinwort nannte das Angebot relativ großzügig. Es gebe derzeit wenige glaubhafte Gegenbieter. Mark Brumby von Blue Oar Securities gab allerdings zu bedenken, dass die vorgeschlagene Fusion den Aktionären keine Ausstiegschance biete. Rund 60 Prozent der Mitchells-Aktionäre sind 2007 eingestiegen, offenbar wegen der Aussicht auf die Abspaltung der Immobilien.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%