Umsatzvergleich
In Frankfurt sitzt die größte Messegesellschaft Deutschlands

Wer ist die größte Messegesellschaft im Land? Die Frankfurter sind es mit einem durchschnittlichen Umsatz von 403 Mill. Euro, gefolgt von Düsseldorf mit 320 Mill. Euro. Doch die Zahlen täuschen über die wirkliche Entwicklung in Deutschland hinweg.

DÜSSELDORF. Dies zeigt ein Umsatzvergleich des Messe Instituts aus Laubenheim an der Nahe, bei dem nicht einfach Jahreszahlen verglichen, sondern die unterschiedlichen Veranstaltungsrhythmen einzelner Messeveranstaltungen berücksichtigt werden. Die Umsätze der sieben größten deutschen Messegesellschaften wurden daher auf drei Jahre gemittelt.

Besonders stark gewachsen ist danach in den letzten Jahren Nürnberg mit einem Plus von 155,8 Prozent, gefolgt von München und Frankfurt mit jeweils um die 85 Prozent. Düsseldorf liegt mit einem Plus von 43,2 Prozent im Mittelfeld. Schlusslicht ist Köln mit einem Plus von 5,3 Prozent hinter Hannover mit 26,3 Prozent und Berlin mit 28,7 Prozent.

In den Chefetagen der großen deutschen Messegesellschaften herrsche gute Stimmung, meint daher Wolf Spryß, der Leiter des Instituts. Das Jahr 2007 habe die Kassen der Gesellschaften gefüllt. Gemeinsam legten sie gegenüber dem Vorjahr beim Umsatz um 8,4 Prozent zu. Noch sei zwar der letzte Euro nicht abgerechnet, doch die im Juni erwarteten Jahresabschlussrechnungen würden sich nur unbedeutend von den vorläufigen Zahlen unterscheiden, die Grundlage seiner Berechnungen sind.

Doch die Zahlen täuschen über die wirkliche Entwicklung in Deutschland hinweg. Denn die großen Messegesellschaften wie beispielsweise Frankfurt und Düsseldorf wachsen inzwischen vor allem im Ausland. So steigerte Frankfurt laut Messe-Chef Michael von Zitzewitz den Umsatz in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent auf voraussichtlich 423 Mill. Euro im abgelaufenen Jahr. Das Plus kommt aus dem Ausland. Denn der deutsche Markt stagniere, sagte von Zitzewitz bei der Vorstellung der Zahlen. Seit 2003 gebe es kein nennenswertes Wachstum, der Umsatz der Branche läge konstant bei 2,4 Mrd. Euro.

Für Frankfurt zahle sich der frühe Einstieg in das Auslandsgeschäft aus, bestätigte Spryß. Im Jahr 1987 veranstalteten die Frankfurter mit der Interstoff in Hongkong die erste Auslandsmesse. Auch Düsseldorf ernte heute die Lorbeeren für sein langjähriges Engagement in ausländischen Messemärkten, sagt Spryß.

Im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftsbereichen hat der Vergleich von Jahresumsätzen bei den Messegesellschaften nur eine bedingte Aussagekraft. Das liegt an den unterschiedlichen Veranstaltungsrhythmen einzelner Messen. Manche wie die Bauma in München oder die Kunststoffmesse „K“ in Düsseldorf finden nur alle drei Jahre statt. Andere, wie die Ligna in Hannover oder die Automechanika in Frankfurt, haben einen Zwei-Jahres-Rhythmus. Konsummessen wie die Süßwarenmesse ISM in Köln und die Spielwarenmesse in Nürnberg werden dagegen jährlich ausgerichtet.

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