Umschlag legt kräftig
Seehäfen überwinden Krise

2009 war ein schlimmes Jahr für die deutsche Seefahrt und damit auch für die Häfen. In diesem Jahr sieht es aber deutlich besser aus: Die Konjunkturerholung hat den Umschlag in den deutschen Seehäfen kräftig aufholen lassen. Und das schneller als erwartet.
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HB HAMBURG. Der Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Detthold Aden, geht davon aus, dass der deutsche Seegüterumschlag 2010 um neun Prozent auf 284 Mio. Tonnen steigt. Damit wären rund 40 Prozent des krisenbedingten Umschlagseinbruchs von 2009 wieder aufgeholt. 2011 soll das Wachstum vier Prozent auf 295 Mio. Tonnen erreichen, 2013 könnte voraussichtlich das Rekordniveau von 2008 erreicht werden.

"Der Weg aus der Krise ist aber noch mühsam. Der Aufholprozess wird noch einige Jahre dauern", sagte der scheidende Verbandspräsident. So hätten sich im Autoumschlag die Importe nicht wieder erholt. Generell habe der landseitige Umschlag wieder Anschluss an früheres Wachstum gefunden, der Hinterlandverkehr lege ebenfalls zu. Der Weitertransport von Waren im Feeder-Verkehr - das sind Zubringerschiffe - in die Ostsee sowie der Fährverkehr leide jedoch noch unter der Wachstumsschwäche der Ostsee-Anrainerstaaten, berichtete Aden.

In den 16 bedeutendsten Seehäfen - von Hamburg, über Emden, Bremen, Flensburg, Lübeck bis nach Rostock und Sassnitz - sind rund 10 816 Hafenarbeiter beschäftigt, 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Beschäftigungskrise mit Kurzarbeit sei überwunden, sagte ZDS- Mitglied Heinz Brandt. Bis Ende 2012 sollen rund 800 Arbeitsplätze wieder hinzukommen.

Nach den Worten Brandts ist in der Tarifrunde im Frühjahr 2011 lediglich ein Inflationsausgleich angemessen. Eine moderate Lohnrunde sei angesichts des steigenden Kostendrucks im internationalen Wettbewerb notwendig. Zum 1. August waren die Grundstundenlöhne und Zuschläge um linear 1,0 Prozent erhöht worden. Tarifgebundene Arbeiter erhalten im Januar 2011 zudem eine Einmalzahlung von 550 Euro.

Als einen wichtigen Baustein in der zukünftigen Arbeit der Häfen sieht der Verband die Offshore-Windenergie. "Wie sieht die neue Schiffsgeneration aus, die die Teile zu den Windparks auf See bringt?", sei beispielsweise eine Fragestellung eines neugegründeten Arbeitskreises. Er kümmert sich um die Vernetzung der maritimen Wirtschaft mit der Offshore-Windenergie. "Das auf uns zukommende Volumen im Rahmen der Offshore-Anlagen kann von keinem Hafen allein bewältigt werden", betonte Aden. Davon könnten viele Seehäfen profitieren.

Für den scheidenden ZDS-Präsidenten Aden wurde bei der Mitgliederversammlung am Dienstag als Nachfolger der Vorstandschef der Hamburger Hafen und Logistik AG, Klaus-Dieter Peters, gewählt.

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