Umschlagbilanz 2016 Chinageschäft stärkt Hamburger Hafen

Noch vergangene Woche war das Unternehmen wegen der Verzögerungen bei der geplanten Elbvertiefung unter Druck geraten. Jetzt konnte es seinen Aktionären wieder hoffnungsfrohe Nachrichten übermitteln.
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Der Hafen ist eines der wichtigsten Standbeine der Hamburger Wirtschaft. Quelle: dpa
Hamburger Hafen

Der Hafen ist eines der wichtigsten Standbeine der Hamburger Wirtschaft.

(Foto: dpa)

HamburgDer Hamburger Hafen hat dank eines starken Endspurts im vergangenen Jahr ein leichtes Umschlagplus geschafft. „Wenn wir die gleichen Zahlen im nächsten Jahr wieder präsentieren können, dann haben wir das gut gemacht“, sagte Axel Mattern, einer der beiden Vorstände von Hafen Hamburg Marketing, am Mittwoch. Der gesamte Güterumschlag des Hafens stieg um 0,3 Prozent auf 138,2 Millionen Tonnen. Der wichtige Containerumschlag erhöhte sich um 1,0 Prozent auf 8,9 Millionen Standardcontainer (TEU).

Zu dem Umschlagergebnis, das etwas besser als erwartet ausfiel, trug auch ein wieder steigender Warenaustausch mit China bei, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner des Hamburger Hafens. Der Umschlag mit China erhöhte sich um 1,6 Prozent, und auch der zweitgrößte Handelspartner Russland legte um 4,5 Prozent zu.

Das sind die größten Häfen der Welt
Platz 19: Hamburg
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In Deutschland ist der Hamburger Hafen ganz klar die Nummer eins. Doch das Geschäft ist rückläufig: 2015 wurden hier rund 8,8 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen, knapp eine Million weniger als im Vorjahr. Häfen vor allem in Asien stoßen da in ganz andere Dimensionen vor.

Quelle: Alphaliner

Platz 12: Rotterdam
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Die Stadt an der niederländischen Nordseeküste hat den größten Hafen Europas. Auch hier geht das Geschäft zurück: 2015 wurden in Rotterdam 12,2 Millionen TEU umgeschlagen, knapp 70.000 weniger als noch im Vorjahr.

Platz 11: Tianjin
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Der Hafen Tianjin ist der größte künstliche Hafen auf dem chinesischen Festland und der wichtigste Knotenpunkt der chinesischen Küste. Er liegt 170 Kilometer südöstlich von Peking und 60 Kilometer östlich der Stadt Tianjin. Die Kapazität des Hafens ist von Jahr zu Jahr gestiegen. 2015 wurden 14,1 Millionen Standardcontainer abgefertigt, genauso viel wie im Vorjahr.

Platz 10: Los Angeles/Long Beach
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In die Reihe der asiatischen Häfen hat es im vergangenen Jahr der Hafen von Los Angeles und Long Beach geschafft. Der größte Containerhafen Nordamerikas verzeichnete 2015 einen Umschlag von 15,4 Millionen TEU.

Platz 9: Dubai
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Der größte von Menschenhand geschaffene Tiefseehafen liegt in Dubai, rund 40 Kilometer von der Stadt entfernt und wurde in der 1970er-Jahren zur Freihandelszone ausgebaut. Am Rande der Wüste wurden 2015 15,6 Millionen Standardcontainer abgefertigt. 2013 waren es weniger: 15,2 Millionen.

Platz 8: Qingdao
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Abgerutscht auf Platz acht: Als Tiefseehafen ist Qingdao bedeutend für die ölverarbeitende Industrie und den Güterverkehr der gesamten Halbinsel Shandong. 2015 betrug der Containerumschlag 17,5 Millionen TEU, etwas mehr als im Vorjahr (16,6 Millionen TEU). Der Hafen wird bis 2020 für 4,7 Milliarden Euro erweitert, danach soll Qingdao der größte Hafen der Welt werden.

Platz 7: Guangzhou
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Der Außenhandel Chinas entwickelt sich seit Jahren in großen Schritten. Dabei erfolgt ein Großteil des Warentransfers auf dem Schiffsweg über die Küsten-Häfen Chinas. Als Containerterminal im heutigen Überseehandel dient dabei unter anderem der Tiefseehafen Guangzhou. Der Hafen ist mit 17,6 Millionen abgefertigten Standardcontainern 2014 (2014: 16,2 Millionen) der siebtgrößte Hafen weltweit.

Damit bleibt der Hafen allerdings noch deutlich hinter seinen Höchstzahlen vor fast zehn Jahren von knapp zehn Millionen TEU zurück. Die Konkurrenten Rotterdam (plus 1,2 Prozent) und Antwerpen (plus 4,0 Prozent) legten stärker zu, die bremischen Häfen dagegen verloren 1,0 Prozent im Containerumschlag. Antwerpen hat Hamburg seit einiger Zeit vom zweiten Platz der Containerhäfen in Europa verdrängt und erstmals mehr als zehn Millionen TEU umgeschlagen.

Der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) nutzte die Gelegenheit, um die Entschlossenheit des Senats zur Durchsetzung der Elbvertiefung zu bekräftigen. „Der Hamburger Hafen ist und bleibt eines der wesentlichen Fundamente der wirtschaftlichen Entwicklung Hamburgs“, sagte er.

Damit erteilte Horch dem Ansinnen der Umweltverbände eine Absage, auf wesentliche Elemente der Elbvertiefung zu verzichten und sich auf die Verbreiterung der Fahrrinne zu beschränken. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht in der vergangenen Woche Nachbesserungen an dem Planfeststellungsbeschluss verlangt hatte, wollen die Umweltverbände auch gegen mögliche Ergänzungen eine erneute Klage in Betracht ziehen und das Verfahren möglichst weiter verzögern.

Der Trend zu immer größeren Schiffen setzte sich fort. Im vergangenen Jahr kamen 240 Containerriesen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 14.000 TEU nach Hamburg, das sind 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

  • dpa
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