Umschuldung und Kapitalerhöhung
Eurodisney einigt sich mit Gläubigern

Der französische Freizeitparkbetreiber Eurodisney hat in Verhandlungen mit seinen Gläubigern erreicht, dass er sich umschulden darf. Das Ganze geht mit einer Kapitalerhöhung einher. Schulden in Milliardenhöhe lasten auf Eurodisney.

HB PARIS. Den Angaben des Unternehmens von Dienstag zufolge haben alle Gläubiger den geplanten Maßnahmen zugestimmt, die den Worten von Finanzchef Jeffrey Speed zufolge das Unternehmen besser gegen die Schwankungen des Tourismusmarktes schützen sollen. Eurodisney hat 2,2 Mrd. € Schulden angehäuft. Das Unternehmen gehört zu 39 % dem US-Unterhaltungskonzern Walt Disney.

Eurodisney erklärte sich den Angaben zufolge bereit, für seine vorrangigen Schulden von 450 Mill. € einen um 200 Basispunkte höheren Zins zu bezahlen. Gleichzeitig erhielt das Unternehmen einen Schuldenerlass von 30 Mill. €. Dieser soll es Eurodisney erleichtern, die höheren Zinsen zu bezahlen, hieß es in Kreisen, die mit den Verhandlungen vertraut waren. Einer Mitteilung des europäischen Börsenbetreibers Euronext zufolge wird der Handel mit den Aktien des Unternehmens am Mittwoch wieder aufgenommen werden. Die Anteile waren am Dienstag ausgesetzt worden.

Neben den höheren Zinsen wird Eurodisney einen Teil seiner vorrangigen Verbindlichkeiten vorfristig 2012 und nicht wie ursprünglich vorgesehen erst 2014 tilgen. Die Kapitalerhöhung beläuft sich den Angaben zufolge auf 250 Mill. €. Zudem werde Walt Disney der europäischen Tochter eine Kreditlinie in Höhe von 150 Mill. € einräumen, teilte das Unternehmen in Paris mit.

„Die Vereinbarung wird (das Unternehmen) maßgeblich mit Liquidität versorgen ... und mit Kapital, das in wichtige neue Attraktionen investiert werden kann, die für das langfristige Wachstum entscheidend sind“, sagte Finanz-Chef Speed. Unternehmenskreisen zufolge plant Eurodisney für 150 Mill. € den Bau einer neuen Anlage unter dem Namen „Turm des Schreckens“.

An der Vereinbarung sind neben Walt Disney die staatliche französische Bank CDC sowie die Finanzkonzerne Credit Agricole und BNP Paribas beteiligt.

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