Umschuldungsplan
Eurotunnel-Gläubiger nicht einig

Der französisch-britische Betreiber des Ärmelkanaltunnels, Eurotunnel, hat eine Einigung mit einem Großteil seiner Gläubiger erzielt. Danach werden 54 Prozent der neun Mrd. Euro Schulden gestrichen, teilte das Unternehmen gestern mit. Die Aktionäre müssen dem Umschuldungsplan noch zustimmen.

ali PARIS. Wichtigste Gläubiger sind die US-Rückversicherer MBIA und Ambac, die Fonds Oak Tree und Franklin sowie die Europäische Investitionsbank. Finanziell unterstützt wird die Umschuldung durch die drei Banken Goldman Sachs, Macquarie Bank und Barclays. Auf der Hauptversammlung am 12. Juli sollen die Aktionäre dem Plan zustimmen. „Es gibt dazu keine Alternative“, sagte Eurotunnel-Chef Jacques Gounon. Sollten die Aktionäre der Umschuldung ihre Zustimmung verweigern, wolle er „am nächsten Tag Konkurs anmelden“.

Seit Jahren schon kämpft der Tunnelbetreiber mit seiner Schuldenlast. Die Prognosen für die Nutzung des mit privaten Mitteln finanzierten Tunnels erwiesen sich als vollkommen unrealistisch. So gingen die Planer im Jahr 1987 davon aus, dass im Jahr 2000 rund zehn Mill. Passagiere mit dem Schnellzug Eurostar durch die Röhre rasen würden. Noch im vergangenen Jahr waren es aber nur 7,5 Mill. Passagiere. In Folge dieser Fehlkalkulationen häufte Eurotunnel Verluste und Schulden auf.

Nun sieht Unternehmenschef Gounon Anlass zur Hoffnung. Der Umschuldungsplan sieht die Gründung einer Holding vor, die in London und Paris notiert sein soll. In diese Gesellschaft investieren Goldman, Macquarie sowie die Fonds Franklin Mutual und Oaktree Capital rund eine Milliarde Euro in Form von Wandelanleihen, die ab 2009 in Aktien der neuen Gesellschaft getauscht werden können. Im Gegenzug bekommen sie eine Verzinsung von sechs Prozent plus eine garantierte Dividende von drei Prozent. Ferner sollen die an der Umschuldung beteiligten Gläubiger vier von elf Sitzen im Vorstand der Holding erhalten.

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