Umstrittene Erdgas-Förderung
Bierbrauer fürchten Fracking

Der Deutsche Brauer-Bund schlägt Alarm bei Kanzlerin Angela Merkel: Durch die Fracking-Methode sei das Reinheitsgebot in Gefahr. Das Trinkwasser könnte durch die umstrittene Erdgas-Förderung Schaden nehmen.
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BerlinIn der Debatte um das sogenannte Fracking sehen deutsche Bierbrauer das Reinheitsgebot in Gefahr. Wie die „Bild“-Zeitung am Donnerstag berichtete, warnte der Deutsche Brauer-Bund in einem Brief an die Bundesregierung vor einer Verunreinigung des Trinkwassers durch die umstrittene Förderung von Erdgas aus schwer zugänglichen Gesteinsschichten.

„Die bislang von der Bundesregierung vorgesehenen Gesetzesänderungen reichen nicht aus, um die erforderliche Sicherheit für die Trinkwasserversorgung sicherzustellen und den Anforderungen an das Reinheitsgebot für Bier Rechnung zu tragen“, heißt es der Zeitung zufolge in dem Brief.

Die Brauwirtschaft sei auf ein „qualitativ einwandfreies Trinkwasser zum Brauen angewiesen“, heißt es weiter. Durch die Fracking-Methode könne diese Versorgungssicherheit eingeschränkt oder sogar ganz beseitigt werden. Vor einem Regierungsbeschluss solle die Diskussion daher weiter fortgeführt werden.

Das Einbringen eines Gesetzentwurfs zum Fracking ins Kabinett wurde bereits mehrfach verschoben. Mitte Mai hatte sich die schwarz-gelbe Koalition auf einen Gesetzentwurf geeinigt, in dem Berichten zufolge Fracking im Einzugsgebiet von Trinkwasserseen wie dem Bodensee verboten werden soll. In der Nähe von Talsperren solle es hingegen weiter erlaubt sein.

Die Bundesregierung will ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Bedingungen festlegen soll, unter denen die Technologie in Deutschland eingesetzt werden darf. Durch das sogenannte Fracking wird Schiefergas aus Schiefergestein tief unter der Erde gelöst. Die Technologie ist unter anderem deshalb umstritten, weil dabei Chemikalien eingesetzt werden, die auch das Trinkwasser verunreinigen könnten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umstrittene Erdgas-Förderung: Bierbrauer fürchten Fracking"

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  • Ja, genauso ist das.

    Die bösen "Solarbarone" haben 2011 einen Gesamtumsatz in der Photovoltaik inklusive Maschinenbau mit rund 19 Mrd. Euro.
    Der arme kleine ExxonMobil steigerte 2012 seinen Gewinn um neun Prozent auf "nur" 44,9 Milliarden Dollar. Zugegeben, daneben sieht BASF (als möglicher Lieferant für die Chemikalien) blass aus, mit nur 5.2 Mrd. Euro Gewinn.

    Umsatz und Gewinn ist ja fast das gleiche. Ich denke, eher möchten die Mineralölkonzerne keine Konkurrenz.

    Ja, der Boden ist schon genug verunreinigt, das ist kein Argument für das Fracking sondern eine Grund, sich auch als Verbraucher mit konventioneller Landwirtschaft mal auseinanderzusetzen.

    Natürlich kann auch sagen, jetzt wo eh alles verseucht ist, könnten einigen sagen, machen ein paar Chemikalien mehr oder weniger auch nichts aus.

  • @Mazi

    Stimmt in Niedersachsen sind seit 1961 über 300 Bohrungen gefrackt worden. Aber einen Skandal hat es in diesem Zusammenhang nie gegeben, denn Schäden sind dadurch nicht entstanden.

    Geologe ist Hesse

  • Niedersachsen hat die größten Erfahrungen mit Fracking. Die Bürger dort sind auch Skandal gewöhnt. Wenn Fracking, dann dort im Schröder-Land.

    Später aber bitte nicht so wie im Fall Gorleben reagieren!

    Geologe ist gewiß Niedersachse.

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