Umstrittene Leiharbeiter: Amazon verstößt Sicherheitsfirma

Umstrittene Leiharbeiter
Wie Amazon an Glanz verliert

Amazon verstößt Sicherheitsfirma

Angesichts der bekannten Kritikpunkte, ist es verwunderlich, dass Amazon wie in Schockstarre wegen der Recherchen der ARD wirkt. Das Unternehmen ringt auch Tage nach der Ausstrahlung noch um eine angemessene Antwort. Auf der englisch- und deutschsprachigen Facebook-Seite brodelt das Thema in den Nutzerkommentaren immer weiter. Doch eine Stellungnahme des Konzerns sucht man dort vergeblich.

Gegenüber einem Fernsehsender äußerte sich am Sonntag erstmals Deutschland-Geschäftsführer Ralf Klebe. „Amazon hat veranlasst, dass mit dem kritisierten Sicherheitsdienst nicht mehr gearbeitet wird“, sagte er in der Nachrichtensendung „RTL aktuell“.

Der Firma Hensel European Security Services wurde in dem Beitrag die Nähe einiger Mitarbeiter zu rechtsradikalem Gedankengut vorgeworfen. Vor allem dieser Teil des Beitrags hatte international Wellen geschlagen. Das paramilitärische Auftreten des Sub-Auftragnehmers stieß Kunden negativ auf. Die Durchsuchungen von Leiharbeiter-Unterkünften seien zur „Dokumentation etwaiger Beschädigungen oder abhandengekommener Sachen“ erfolgt, teilte Hensel mit und wies den Vorwurf rechtsradikaler Gesinnung zurück.

Zunächst hatte Amazon darauf verwiesen, die Vorwürfe zu prüfen „auch wenn das Sicherheitsunternehmen nicht von Amazon beauftragt wurde“. Das Ende – auch für indirekte Geschäftsbeziehungen – kam dann am Sonntag.

Glaubt man den zahlreichen Postings auf Twitter und Facebook, dürfte Amazon jedoch bereits zahlreiche Kunden verloren haben – wie viele, dazu sagt das Unternehmen nichts. Auf der Facebook-Seite des Online-Händlers laufen anprangernde Statusmitteilungen im Minutentakt ein. Während einige Nutzer das Unternehmen als „Sklavenhalter“ beschimpfen, geben andere den Kunden die Schuld, die Amazon durch ihre Bestellungen unterstützen. Einen Schritt weiter gehen die Teilnehmer der Facebook-Seite „Meinen Amazon-Account lösche ich“. Sie posten reihenweise Kündigungsbestätigungen, um sich solidarisch mit den Leiharbeitern zu zeigen.

Wer sich vor dem aufwändigen Löschprozedere scheut, findet Hilfe auf Twitter. Die Nutzer dort teilen fleißig eine Kündigungsanleitung. Dazu gibt es einen Link zu einer Online-Petition initiiert vom Landesbezirk Hessen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. 30.000 Stimmen sollen dort gesammelt werden, um Amazon zu besseren Arbeitsbedingungen für seine Beschäftigten zu zwingen.

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