Umstrittene Supermarktfusion Edeka und Verdi einigen sich auf Tarifvertrag in NRW

Auch in NRW haben sich Verdi und Edeka auf einen Tarifvertrag geeinigt. Der ist Voraussetzung für die Ministererlaubnis zur Fusion mit Kaiser's Tengelmann. Und womöglich bald schon wieder Makulatur.
Die Supermarktkette hat sich mit der Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifvertrag geeinigt. Quelle: dpa
Edeka

Die Supermarktkette hat sich mit der Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifvertrag geeinigt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVerdi und Edeka haben die Auflagen der juristisch umstrittenen Ministererlaubnis für die Fusion der Supermarktkette mit Kaiser's Tengelmann fast erfüllt. Beide Seiten einigten sich bei Tarifgesprächen in Nordrhein-Westfalen, wie die Gewerkschaft Verdi am Freitag mitteilte. Zuvor war dies bereits in Berlin und Brandenburg sowie Bayern gelungen. Die Übereinkünfte sehen unter anderem einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über fünf Jahre vor. Nun muss Verdi zufolge nur noch eine Einigung für rund 80 Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigte in Rheinland-Pfalz erzielt werden, Verhandlungen stehen in der kommenden Woche an.

Die Fusion der Supermarktketten steht aber auf der Kippe. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Ministererlaubnis für die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka vorerst gekippt. Bleibt es dabei, ist auch die Einigung zwischen Verdi und Edeka Makulatur.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte mit einer Ministererlaubnis die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch den Branchenführer Edeka gestattet. Damit hatte er ein Verbot durch das Bundeskartellamt aufgehoben. Er hatte die Sondererlaubnis aber mit Auflagen verknüpft, die auf den Erhalt von Arbeitsplätzen abzielen.

Das sind die größten Edeka-Märkte Deutschlands
Platz 8: Baur
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Zur Edeka-Gruppe gehören rund 4.500 selbstständige Kaufleute und Unternehmen, wie die Experten von Nielsen Trade Dimensions, ein Unternehmensbereich des weltweit tätigen Marktforschungsunternehmens The Nielsen Company, ermittelt haben. Erstgenannte sind der Garant für Erfolg und Arbeitsplätze der Lebensmittelkette Edeka. Zu den umsatzstärksten selbstständigen Händlern zählen unter anderem die Frischemärkte Baur e.K. Das Netz dieses Händlers umfasst derzeit neun Märkte. Der Umsatz belief sich im vorigen Jahr auf rund 120 Millionen Euro.

Platz 7: Wucherpfennig
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Seit mehr als 100 Jahren der „nette Nachbar“ in und um Hannover: Das Familienunternehmen Wucherpfennig gibt es seit 1914. Damals hat alles mit einem 30-Quadratmeter-Laden angefangen. Heute betreibt der Edeka-Händler insgesamt neun Märkte. Im Jahr 2015 erwirtschaftete er einen Umsatz von 120 Millionen Euro.

Platz 6: Cramer
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Das Handelshaus Wilhelm Cramer GmbH betreibt acht Edeka-Supermärkte in Burgdorf bei Hannover und gehört ebenfalls zu den umsatzstärksten Kaufleuten: Im Jahr 2015 betrug der Umsatz 133 Millionen Euro.

Platz 5: Struve
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Mit sieben „Schlemmer-Märkten“ und fünf E-Centern führt die Struve GmbH in Hamburg insgesamt zwölf Edeka-Märkte. Das Familienunternehmen, das von Robin und Wolfgang Struve gemeinsam geleitet wird, erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro.

Platz 4: Simmel
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„Simmel. Schon der Einkauf ein Genuss.“ Kaufmann Peter Simmel führt die gleichnamige Edeka-Kette mit 20 Märkten in Bayern, Thüringen und Sachsen. 2009 stand er unter Verdacht, seine Beschäftigten zu bespitzeln. Das kostete Simmel den Posten als Edeka-Aufsichtsratschef. Offensichtlich hatte der Vorfall keine Auswirkungen auf seine Supermärkte. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von rund 180 Millionen Euro erzielt.

Platz 3: Scheck
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Edeka-Aufsichtsratschef Adolf Scheck und seine Familie betreiben insgesamt zwölf Scheck-in-Center in Baden-Württemberg und in Frankfurt am Main. Der Standort Frankfurt hat sogar im Jahr 2012 den Edeka-Supercup der besten Märkte Deutschlands gewonnen. Auch das vergangene Jahr war für die Scheck-in Einkaufs-Center GmbH erfolgreich: insgesamt wurden 198 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Platz 2: Hieber
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Der Unterschied zu Edeka: Kaufmann Dieter Hieber legt sowohl auf der Firmenhomepage als auch in den zwölf Märkten „Hieber's Frische Center“ Wert auf einen eigenständigen Auftritt. Das Einzige, das an Edeka erinnert, ist das Motto „Wir lieben Lebensmittel“. Die Standorte im Süden der Republik erzielten 2015 einen Umsatz von 200 Millionen Euro.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Sondererlaubnis dann in einer Eilentscheidung am 12. Juli für rechtswidrig erklärt und sie zunächst außer Kraft gesetzt. Sollte es statt der Fusion zur Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann kommen, seien bis zu 8000 der 16.000 Arbeitsplätze in Gefahr, verteidigte Gabriel seine Entscheidung. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft rechtliche Schritte gegen die OLG-Entscheidung. Edeka geht vor dem Bundesgerichtshof dagegen vor.

  • rtr
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