Umstrittene Übernahme
Air France-KLM plant neues Angebot für Alitalia

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France -KLM will ein neues Angebot für die Fluglinie Allitalia vorlegen. Damit sollen die italienischen Gewerkschaften überzeugt werden, an deren Widerstand die geplante Übernahme bislang zu scheitern droht.

HB ROM/PARIS. Air France -KLM will für die Übernahme der italienischen Fluggesellschaft Alitalia eine neues Angebot vorlegen. Ein entsprechender Plan werde den Gewerkschaften bis Ende der Woche vorgelegt, teilte das Unternehmen in Paris mit. Der Vorstandsvorsitzende Jean Cyril Spinetta war am Dienstag zu Verhandlungen mit den Gewerkschaften in Rom. Diese befürchten nach einer Übernahme den Verlust von Arbeitsplätzen.

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft hatte für den italienischen Konkurrenten rund 750 Mill. Euro geboten, ein Angebot das der Aufsichtsrat bereits akzeptiert hat. Die Gewerkschaften müssen dem Verkauf jedoch zustimmen.

Die Regierung setzte die Gewerkschaften vor den Verhandlungen am Dienstag nochmals unter Druck: Wenn der Verkauf nicht bald über die Bühne gehe, stehe die Fluggesellschaft vor dem Bankrott, warnte Arbeitsminister Cesare Damiano am Dienstag. Derzeit verliere das Unternehmen täglich rund eine Million Euro.

Die Aktie der strauchelnden Fluglinie ging angesichts der kritischen Phase der Verkaufsgespräche in Rom auf Achterbahnfahrt: Im frühen Handel nahm die Börse das Papier nach drastischen Verlusten vom Handel aus. Später konnte die Aktie erneut gehandelt werden - und stieg zeitweise um über 35 Prozent auf 0,47 Cent. Kurze Zeit später verlor die Aktie wieder mehr als zehn Prozent und wurde damit wieder vom Handel ausgeschlossen.

Auch politisch scheint der vom Alitalia -Aufsichtsrat gebilligte Verkauf noch nicht in trockenen Tüchern. Verkehrsminister Alessandro Bianchi forderte Medienberichten zufolge, dass Alitalia die Bücher noch für einen weiteren Interessenten offenlegen sollte, die italienische Gesellschaft Air One. Im vergangenen Jahr war Air One allerdings aus dem Bieterverfahren ausgeschieden.

Der konservative frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der hofft, die Parlamentswahlen Mitte April für sich entscheiden zu können, hat bereits angekündigt, den Verkauf blockieren zu wollen. Er fordert eine italienische Lösung. Die nächste Regierung muss dem Verkauf zustimmen. Der scheidende Ministerpräsident Romano Prodi appellierte an das Verantwortungsgefühl der Gewerkschaftler. Sie sollten das Angebot gründlich prüfen.

Die Gewerkschaften fürchten unter anderem, dass die Herabstufung des Mailänder Flughafens Malpensa vom Drehkreuz zum normalen Zielflughafen zahlreiche Jobs kosten werde. Sie verlangten von Air France daher Zugeständnisse, wie einen graduellen Abbau der Flüge in Malpensa. Der italienische Staat hält 49,9 Prozent der Alitalia -Aktien.

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