Umstrittener Online-Händler
Zalando schnürt ein Paket für den Börsengang

Während Enthüllungen über Missstände in einem Logistik-Lager dem Image von Zalando in Deutschland zusetzen, berichten US-Medien von einem möglichen Börsengang des Online-Händlers. Gegen einen IPO spräche jedoch einiges.
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New YorkWomöglich noch in diesem Jahr will der der Online-Händler Zalando an die Börse gehen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Demnach hat das Unternehmen die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer damit beauftragt, den Börsengang vorzubereiten. Weder Zalando noch Freshfields wollten die Meldung kommentieren.

Die schwedische Investmentfirma Kinnevik, der rund 37 Prozent von Zalando gehören, bezifferte den Wert des Unternehmens Ende Dezember 2013 auf 3,9 Milliarden Euro. Im September waren es noch 3,7 Milliarden Euro gewesen.

Auf einen Wert von mehr als fünf Milliarden Euro schätzen dem "Wall Street Journal" zufolge die meisten Investmentbanken Zalando wegen seines rasanten Wachstums. Das Unternehmen habe für 2013 eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gemeldet. Dennoch macht Zalando keinen Gewinn.

Noch im Februar hatte Zalando-Chef Rubin Ritter in einem Interview gesagt, es sei noch keine Entscheidung über einen IPO gefallen. Und es ist fraglich, ob der Zeitpunkt für einen Börsengang derzeit gut gewählt wäre.

Aktien aus der Branche haben es derzeit schwer

Schließlich sind die Aktien von Online-Händlern in diesem Jahr deutlich gefallen. Der Zalando-Kunkurrent Asos etwa schlitterte in London um 25 Prozent ins Minus, als Berichte an die Börse drangen, ein verlangsamtes Umsatzwachstum und zunehmende Investitionen würden in diesem Jahr die Gewinne drücken.

Auch die Wertentwicklung von Tech-Aktien könnten den Zeitpunkt eines Zalando-Börsengangs beeinflussen. Zuletzt ist das Vertrauen der Anleger in ein Gewinnwachstum bei dieser Branche gesunken. So ließ der US-Technologie-Index Nasdaq Federn, und Sabre, die Firma hinter der Reisewebsite Travelocity, nahm bei ihrem Börsengang diese Woche weniger ein als erwartet.

Zalando ist der größte Online-Händler für Schuhe und Mode in Europa. Das Berliner Unternehmen ist in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen geraten, weil es die Reporterin Caro Lobig verklagen will, die mit versteckter Kamera Missstände bei Zalando offenlegte.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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