Umstrukturierung
Post legt Paket- und Briefgeschäft zusammen

Die Deutsche Post hat sich mit der Gewerkschaft Verdi darüber geeinigt, in einer einschneidenden Umstrukturierung das Paketgeschäft im Inland mit dem Briefdienst zusammenzuführen. Gewerkschafter befürchten, dass in Folge dessen tausende Stellen abgebaut werden könnten.

HB BONN. Der Bereich Paket, der immer stärker unter den Druck von Konkurrenten geraten ist, werde aus dem Bereich Express (DHL) ausgegliedert und in die Briefsparte übernommen, berichtete die Post. Bisher läuft das Management von Paket- und Briefgeschäft - etwa in Frachtzentren und Briefzentren - noch weitgehend getrennt voneinander.

Der Umbau wurde von der Post damit begründet, dass Abläufe optimiert, Synergien genutzt, erhebliche Kostenvorteile erzielt und auch der Service für Kunden verbessert werden könnten. Die Umsetzung soll schon zu Jahresanfang erfolgen. Angaben zum betroffenen Personal und der Neugliederung von Paketniederlassungen und Frachtzentren machte die Post nicht.

Es komme bei der Zustellung etwa darauf an, dass nicht zwei Post- Beschäftigte bei demselben Kunden nacheinander Briefe und Pakete ablieferten, erläuterte Post-Sprecher Dirk Klasen. In erster Linie ziele der Umbau aber auf die komplette Zusammenlegung des Paket- und Briefmanagements, weniger auf die Zustellung. Hier werde schon an vielen Orten die Verbundzustellung - Paket- und Brieflieferung durch einen Boten - praktiziert. In Innenstädten werde sicher auch weiter eine getrennte Zustellung notwendig sein.

Gewerkschafter befürchten Stellenabbau

Die Postgewerkschaft DPV KOM rechnet damit, dass durch den Schritt rund 3000 Beschäftigte, meist Beamte, ihre Arbeit verlieren könnten. Sie kämen dann zu den rund 5000 Beamten hinzu, die zur Zeit „im Überhang“ seien, erläuterte DPV KOM-Sprecher Frank Weigand. Hier werde Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel voraussichtlich verstärkt auch Vorruhestandsregelungen nutzen. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Post rund 6000 Vollzeit- Briefträger auf Teilzeit setzen will.

Die DPV KOM appellierte an die Post, ihre Fremdvergabe im Paketgeschäft zu überdenken. Hier könnten wieder verstärkt eigenes Personal zum Einsatz kommen. Dadurch würde sich auch die Qualität wieder verbessern. Seit 2003 wurden bereits rund 600 Paketbezirke (von insgesamt rund 5000) ausgelagert. Seit einigen Jahren läuft der Paketdienst im Post-Konzern unter der Marke DHL und wird in der Geschäftssparte Express ausgewiesen.

Der Briefdienst wird als eigenes Geschäftsfeld geführt. Er beschert dem Konzern den Löwenanteil des Gewinns, während der Paketsektor stark unter den Druck eines verschärften Wettbewerbs geraten ist. Nicht betroffen von der Umbaumaßnahme sei der Dokumenten- und Expressversand, der im Bereich Express der DHL bleibe, teilte die Post mit. Die in den Briefbereich hinzukommende Paketsparte habe einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Durch ihn erhöhe sich der Gesamtumsatz Brief auf rund 15,5 Milliarden Euro.

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