Unbefristeter Streik ab Mai
Verdi will für leere Briefkästen sorgen

Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf einen bundesweiten Streik bei der Deutschen Post einstellen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Samstag eine Urabstimmung und einen unbefristeten Arbeitskampf ab Mai an. Zuvor waren die Tarif-Verhandlungen beider Seiten gescheitert. Bis Anfang Mai soll es Verdi zufolge zudem weiter Warnstreiks geben.

HB DÜSSELDORF. „Die Beschäftigten sind stinkesauer und sie werden das der Deutschen Post AG in den kommenden Tagen eindrucksvoll beweisen“, kündigte Verdi- Verhandlungsleiterin Andrea Kocsis an. Nur mit einem „einigungsfähigen Angebot“ könne der Konzern noch dafür sorgen, dass die Briefkästen seiner Kunden nicht leer blieben. Die Post forderte Verdi zu neuen Gesprächen auf.

Hauptstreitpunkt bei dem am Donnerstag begonnen und in der Nacht zum Sonntag abgebrochenen Verhandlungsmarathon zwischen dem Konzern und Verdi waren die Arbeitszeiten für die Beamten und Angestellten bei der Post. Kocsis warf dem Post-Management unter dem neuen Konzernchef Frank Appel vor, die Arbeitszeiten der Beschäftigten massiv erhöhen, damit letztlich 12.500 Stellen streichen und über 500 Millionen Euro einsparen zu wollen. So solle die Arbeitszeit der Beamten dauerhaft von 38,5 auf 40 Stunden verlängert und ihnen auch die Pausen gestrichen werden, rechnete Verdi-Tarifexperte Stephan Teuscher vor. Unter dem Strich müssten sie damit pro Woche 3,5 Stunden länger arbeiten. Ähnlich sehe es bei den Angestellten aus.

Forderungen der Post nach längeren Arbeitszeiten seien eine „pure Provokation“, sagte Kocsis. Deshalb seien die Gespräche abgebrochen worden. Die Tarifkommission habe dann am Mittag die Verhandlungen zu Arbeitszeit und Kündigungsschutz einstimmig für gescheitert erklärt und damit die Weichen für einen Streik gestellt. Bei der Urabstimmung, die kommenden Freitag beginnen soll, rechne sie mit einer „hohen Zustimmung“ für den unbefristeten Ausstand. Über 70 Prozent der Post-Angestellten sind der Gewerkschaft zufolge Verdi-Mitglieder. Bei einem Streik werde es weder Ausnahmen für besonders dringliche Sendungen noch Notfallvereinbarungen mit dem Management geben, drohte sie. Zuletzt hatte es in Deutschland 1994 einen Post-Streik gegeben.

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