Under Armour: Adidas-Rivale landet hart

Under Armour
Adidas-Rivale landet hart

Der Sportartikelkonzern Under Armour schockiert seine Anleger mit schwachen Zahlen und dem Rauswurf des Finanzchefs. Die Aktie des Adidas-Rivalen bricht daraufhin ein. Hochrangige Manager waren offenbar unvorbereitet.
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BaltimoreDie Erfolgsgeschichte des US-Sportartikelherstellers Under Armour endet vorerst abrupt. Wegen des harten Konkurrenzkampfs und nachlassenden Wachstums auf dem Heimatmarkt blieb der Adidas-Rivale mit seiner Zwischenbilanz und der Jahresprognose 2017 deutlich hinter den Erwartungen der Börsianer zurück. In Nordamerika verzeichnete der Sportmode-Hersteller mit einem Umsatzplus von sechs Prozent deutlich weniger Wachstum als im Schnitt seit 2013. Seither hatte das Unternehmen im Mittel Zuwachsraten von fast einem Viertel ausgewiesen.

Nach einem Umsatzplus von konzernweit zwölf Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar im vierten Quartal sagte das Unternehmen für das neue Geschäftsjahr einen Zuwachs von elf bis zwölf Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar voraus. Analysten hatten mit gut einer halben Milliarde mehr gerechnet. Der Quartalsgewinn war zuletzt schon leicht auf 105 Millionen Dollar zurückgegangen.

Wettkampf der Sport-Marken

Zuletzt setzte Under Armour der heimische Konkurrent Nike schwer zu, der mit einem Preiskampf den rasanten Aufstieg des verhältnismäßig jungen Rivalen stoppen will. Auch Adidas blies zur Attacke und verdoppelte etwa zuletzt seinen Sportschuhanteil in den USA auf neun Prozent. „Während Under Armour seine Vermarktung hochfährt, berichten die größten Kunden Foot Locker und Finish Line von einem schwierigen Handelsmarkt, und viele Handelsketten drosseln ihre Bestellungen. Es dürfte ein hartes Jahr für den Sportartikelhersteller werden“, urteilte UBS-Analyst Michael Binetti.

Vor US-Börsenstart sackten die Under-Armour-Aktien um gut ein Fünftel ab. Zugleich kündigten die Firma aus Baltimore an, der erst seit einem Jahr amtierende Finanzchef Chip Molloy räume aus persönlichen Gründen seinen Posten.

Die Geschäftsentwicklung traf auch hochrangige Manager des Sportartikelkonzerns offenbar unvorbereitet. „Ich hatte noch keine Gelegenheit, mir die Zahlen anzuschauen“, räumte Chris Bate, Vizepräsident für das Europa-Geschäft bei Under Armour, zum Auftakt einer Podiumsveranstaltung in Düsseldorf ein. Natürlich seien das „interessante Neuigkeiten“, führte er, angesprochen auf die Demission von Finanzchef Molloy und das schlechte Ergebnis.

Bate versicherte, ohne detaillierte Hintergründe zu den aktuellen Zahlen, dass das internationale Geschäft „unglaublich erfolgreich“ abgeschnitten habe. Under Armour sei nach wie vor eine eine der am schnellste wachsensen Marken in Europa. Auch, wenn es im vergangenen Quartal einige Verwerfungen im US-Geschäft gegeben habe, so Bate, „könnten wir nicht glücklicher sein."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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