Under Armour
Der Angreifer zieht der Konkurrenz davon

So stark wie Under Armour wächst keine andere Sportmarke in der Welt. Vor allem Stephen Curry gilt als Umsatztreiber. Auf dem Basketballstar ruhen große Hoffnungen. Wäre er nur nicht gerade verletzt.

MünchenSchneller, höher, stärker: Niemand in der Sportindustrie hat sich das olympische Motto so sehr zu Herzen genommen wie Kevin Plank. Vor genau 20 Jahren hat der Amerikaner Under Armour gegründet, inzwischen ist es die drittgrößte Sportmarke der Welt. Nur Nike und Adidas verkaufen mehr Trikots, kurze Hosen und Turnschuhe.

Doch zuletzt hatten die Analysten von Morgan Stanley Bedenken geschürt. Die Experten warnten Mitte des Monats, der Siegeszug in den Fitness-Studios und den Football-Feldern könnte zu Ende gehen. Daraufhin brach der Aktienkurs ein. Mit den an diesem Donnerstag veröffentlichten Zahlen hat Plank jedoch alle Bedenken beiseite gewischt. Der Umsatz im ersten Quartal ist um fast ein Drittel auf gut eine Milliarde Dollar in die Höhe geschossen. Der Gewinn je Aktie lag bei vier Cents, doppelt so viel wie die Banker an der Wall Street im Schnitt zuvor erwartet hatten.

„Wir sind jetzt 24 Quartale in Folge mehr als 20 Prozent gewachsen“, jubelte Plank. Der gute Start ins neue Jahr bewegte den 43-Jährigen, die Jahresprognose leicht anzuheben. Statt 4,95 Milliarden Dollar verspricht der Unternehmer jetzt einen Umsatz von fünf Milliarden, umgerechnet 4,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von gut einem Viertel gegenüber dem Vorjahr.

Den deutschen Konkurrenten Puma hängt Under Armour damit immer weiter ab. Die Amerikaner hatten die Marke mit dem Raubtierlogo 2015 erstmals von Rang drei der Sportindustrie verdrängt. Fürs laufende Jahr verspricht Puma-Chef Björn Gulden ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Das reicht längst nicht aus, um Under Armour wieder zu überrunden. Selbst wenn Puma den oberen Rand seiner Prognose erreichten würde, bringt Under Armour noch immer rund 700 Millionen Euro mehr Umsatz auf die Waage.

Größe ist in der Sportbranche kein Selbstzweck. Weil die Marken stets einen fixen Prozentsatz vom Umsatz in Werbung und Sponsoring stecken, hat Under Armour nun einen gewichtigen Vorteil.

An der New Yorker Börse sorgten die Ergebnisse für Begeisterung. Im frühen Handel gewannen die Aktien gut sieben Prozent auf rund 47 Dollar. In den vergangenen drei Jahren hat Under Armour seinen Börsenwert mehr als verdreifacht. Das Unternehmen ist nun fast so viel wert wie Adidas, obwohl der deutsche Konkurrent vier Mal so groß und darüber hinaus viel profitabler ist. Denn unterm Strich blieben bei Under Armour lediglich 19 Millionen Dollar Gewinn übrig im ersten Quartal.

Doch die Firma ist einfach extrem dynamisch unterwegs. In den USA hat das Label Adidas als Nummer zwei in den Sportgeschäften bereits abgelöst. Im Rest der Welt ist die Marke zwar noch wenig verbreitet. Der Auslandsanteil vom Umsatz liegt bei lediglich 15 Prozent. Gleichwohl sind die Einnahmen jenseits der amerikanischen Grenzen im ersten Quartal um mehr als 50 Prozent nach oben geschossen.

Auch in Deutschland ging es zuletzt rasant aufwärts. Das beweist die Rangliste der größten Lieferanten von Intersport: Bei Deutschlands größer Sporthandelskette lag Under Armour 2014 noch auf Platz 73. Vergangenes Jahr stieß das Label bereits auf Nummer 41 vor. Wenn es so weiter geht, gehört Under Armour dieses Jahr zu den zehn führenden Anbietern bei Intersport. Gerade hat Under Armour hierzulande Jung-Nationalspieler Jonathan Tah unter Vertrag genommen. Der 20 Jahre alte Leverkusener gilt als eines der größten Talente des deutschen Fußballs.

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Erst Kompressionswäsche, dann Sportschuhe

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