Unerlaubter Handel
Ebay muss erneut Strafe an LVMH zahlen

Der Online-Marktplatz Ebay muss an den französischen Luxuskonzern LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) eine Geldstrafe in Höhe von 1,7 Mio. Euro zahlen. Das hat gestern das Handelsgericht in Paris entschieden. Ebay hatte nach Ansicht der Richter unerlaubt Parfüms und Kosmetika von LVMH-Marken wie Dior, Givenchy und Kenzo verkauft.
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ku PARIS. Das Auktionshaus habe sich nicht an ein Urteil vom Juni 2008 gehalten - damals war Ebay verurteilt worden, weil illegal echte Parfüms der Marken von LVMH, aber auch Fälschungen davon über die Plattform verkauft wurde. Der Verkauf wurde ausdrücklich verboten. Ebay, Betreiber der Plattform, sollte überwachen, ob Nutzer dort diese Marken verkauften.

Mit der gestrigen Entscheidung wurde das Prinzip bestätigt, dass die Unternehmen ihre Vertriebswege selbst bestimmen können. Der Generaldirektor von Ebay Frankreich, Alexander von Schirmeister, bedauerte die Entscheidung, die "die Konsumenten bestraft, die online echte und nicht gefälschte Produkte verkaufen oder kaufen". Ein LVMH-Sprecher äußerte sich zufrieden über das Urteil.

Laut Schirmeister hat Ebay schon alle möglichen Mittel der Filterung ausgeschöpft, um dem Gerichtsurteil zu entsprechen. Er sieht die Summe als "absolut überzogen". Noch ist nicht klar, ob das Online-Unternehmen in Berufung geht.

Im Juni 2008 war Ebay verurteilt worden, 38 Mio. Euro Schadensersatz an LVMH für den Verkauf von echten und gefälschten Produkten der Marken des Hauses zu zahlen.

Bei dem Verbot geht es nur um Internetkunden, die in Frankreich beheimatet sind. Frankreich sei das einzige Land, in dem es eine solche Regelung gebe.

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  • Die Zukunft des Handels liegt zweifellos im e-Commerce. Dennoch ist dieses Urteil zu begrüßen, denn es kann nicht angehen, dass das internet für den Schwarzmarkt und Fälschungen mißbraucht wird. Am Ende gewinnt hier sogar der Konsument, denn das Vertrauen in den elektronischen Handel wird dadurch aufrecht erhalten.

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