"Ungerechtfertigte Preiserhöhungen"
Stromkunden klagen über Netzkosten

Stromkunden in Deutschland haben seit 2001 über 664 Mill. Euro zu viel für die Nutzung der Stromnetze bezahlt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Bundesverband Neuer Energieanbieter (BNE) und der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) am Dienstag vorstellten.

BERLIN. „Ungerechtfertigte Preiserhöhungen“ der Stromnetzbetreiber von insgesamt 37 Prozent summierten sich auf diesen Betrag, heißt es in dem Papier. Die Kosten für die Netznutzung seien damit doppelt so hoch wie im europäischen Vergleich. VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann sagte, es stelle sich die Frage, ob zu viel gezahltes Geld zurückgefordert werden könne.

Die Durchleitungspreise unterliegen künftig der Kontrolle durch die Bundesnetzagentur. „Wir hoffen, dass wir mit dem Gutachten der Netzagentur helfen“, sagte Richmann. Industrie und Haushalte seien von den Preisen doppelt betroffen, heißt es in dem Gutachten. Neben finanziellen Mehrbelastungen werde der Rückgriff auf dritte Stromlieferanten erschwert. Der BNE vertritt netzunabhängige Lieferanten und Energiehändler. Der VIK bündelt die Interessen großer Energiekunden.

Die Stromkonzerne hätten ihre überhöhten Preise mit einem zusätzlichen Kostenanstieg durch den seit 2001 verstärkten Einsatz von Windenergie begründet, sagte BNE-Geschäftsführer Robert Bisch. Die Ergebnisse der öffentlichen Regelenergieausschreibungen ergäben aber keinerlei Hinweise auf eine solche Extra-Belastung.

Die im VDEW zusammengeschlossenen Stromerzeuger wiesen die Vorwürfe zurück. „Die Stromwirtschaft kalkuliert die Entgelte für die Netznutzung nach anerkannten betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Die Entgelte sind seit 2002 weitgehend stabil geblieben“, sagte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller dem Handelsblatt.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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