Unglück in Bangladesch
Primark will Textilarbeiter höher entschädigen

Zum dritten Mal greift der Textil-Konzern Primark den Opfern des Fabrikeinsturzes in Bangladesch finanziell unter die Arme: Eine langfristige Lösung lässt allerdings auch bei Primark noch auf sich warten.
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BerlinDer Textil-Konzern Primark zahlt den Opfern des Fabrikeinsturzes in Bangladesch eine höhere Entschädigung. Die 550 Mitarbeiter des Primark-Zulieferers New Wafe Bottom erhalten den Angaben vom Donnerstag zufolge weitere drei Monatsgehälter. Es ist das dritte Mal, dass Primark die Beschäftigten finanziell unterstützt.

Der Textildiscounter, der seine Billigware in mehr als 250 Filialen in Großbritannien und Europa - darunter auch mehrere in Deutschland - vertreibt, ist bislang der erste große Konzern, der in Bangladesch für das Unglück vor sechs Monaten mit mehr als 1120 Toten eine Entschädigung zahlt. Für alle gut 3600 von dem Einsturz betroffenen Arbeiter und deren Familien stellte Primark bislang kurzfristig etwa zwei Millionen Dollar an finanziellen Hilfen und Lebensmitteln zur Verfügung.

Eine Lösung für langfristige Entschädigungen lässt allerdings noch auf sich warten. Gewerkschaften und Familien haben 2300 Dollar pro Familie vorgeschlagen. Hunderte Verletzte könnten zudem für Jahre auf Hilfe angewiesen sein. Primark erklärte, auch ohne große Einigung im kommenden Jahren weitere Gelder lockerzumachen und rief andere Großkonzerne zur Kooperation auf.

Neben Primark ließen auch Branchengrößen wie die Zara-Mutter Inditex, Wal-Mart, GAP oder Benetton Bekleidung in dem Gebäude in Bangladesch produzieren.

Die Textilindustrie ist die wichtigste Branche des armen asiatischen Landes. Sie steht für 80 Prozent des Jahresexports. Vor allem Frauen sind in dem Bereich beschäftigt. Als Konsequenz aus dem Gebäudeeinsturz wird derzeit über eine Anhebung des Mindestlohns von momentan 28 Euro monatlich verhandelt.

Die Arbeitgeber stellten eine Anhebung um 50 bis 80 Prozent in Aussicht, wollen zum Ausgleich aber die internationalen Modefirmen und Bekleidungsmarken zur Kasse bitten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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