Unisex-Trend
Alles für Alle

Immer öfter verschwimmen die Grenzen der Geschlechter, auf Modenschauen stellen weibliche Models Männermode vor und umgekehrt. Viele Unternehmen sind bereits auf den Trend aufgesprungen.
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Antike Säulen zieren die Fassade in der Londoner Oxford Street, über dem Eingang thront die Bronzeskulptur „The Queen of Time“ von Bildhauer Gilbert William Bayes. Die dunklen, polierten Verkaufsflächen wirken mondän, die Hektik des Alltags rückt während einer Shopping-Tour durch 50.000 Quadratmeter auf vier Etagen in die Ferne. Shoppen im Luxuskaufhaus Selfridges, das neben Harrods zu den bekanntesten Einkaufsadressen der Welt zählt, ist ein Erlebnis. Und in wenigen Tagen wird es um eine Attraktion reicher sein.

Denn die britische Nobelkette will ab März 2015 das erste geschlechtsneutrale Edelkaufhaus der Welt sein. In London, Birmingham und Manchester soll es auf drei der insgesamt vier Selfridges-Stockwerke nur noch Kleidung, Accessoires und Beauty-Produkte im Unisex-Angebot geben, ohne traditionelle Aufteilung zwischen Damen- und Herrenabteilungen oder geschlechtsspezifisch gestylte Mannequins. Das Ganze nennt sich „Projekt Agender“. „Wir wollen unsere Kunden auf eine Reise mitnehmen, auf der sie ohne Begrenzungen und Klischees einkaufen können“, erklärt Selfridges seine Kampagne. Es ginge um eine Geisteshaltung und die Reaktion auf einen kulturellen und gesellschaftlichen Wandel, heißt es in der Presseerklärung des Kaufhauses.

Angeboten werden unter anderem fünf Unisex-Kollektionen der Selfridge-eigenen Marken sowie weitere Label, die für ihre androgynen Looks bekannt sind, darunter Boy London, Ann Demeulemeester, Comme des Garçons, Meadham Kirchhoff und Gareth Pugh. In den Schaufenstern werden geschlechtsneutral gekleidete Schaufensterpuppen stehen, begleitet wird das Projekt von Fotos, Filmen und Musik.

Frauen lieben Hemden und Boyfriend-Jeans, Männer kleiden sich immer femininer: Die Grenzen zwischen den Geschlechtern werden in der Mode immer öfter gesprengt. Das bestätigt auch die Trendexpertin Sabine Spieler, die früher das Premium- und Luxus-Ressort der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ leitete und heute Modeunternehmen berät: „Ich glaube, dass Männer und Frauen sich stilistisch immer stärker annähern; vor allem die neue Männergeneration beweist mehr Mut zu Farben und ungewöhnlichen Schnitten und hat keine Angst mehr als Softies gesehen zu werden. Das gesellschaftlich relevante Thema der Gleichberechtigung ist in der Mode angekommen.“

Kommentare zu " Unisex-Trend : Alles für Alle"

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  • Dann wird also zukünftig der Busen weggeschnürrt. Der Penis wurde ja in den letzten Jahren schon mit Vorliebe Mittig getragen, damit er ja nicht aufträgt.

    Waren das doch schöne Zeiten - in den 70ern. Da trug Mann Hasenpfote um was zum herzeigen zu haben. Männerfiguren sollten ein Y haben, Frauen dagegen eine 8. Das Y steht für breite Schultern, die 8 für Busen und ein Becken, das eine normale Geburt ermöglicht. Warum zum Teufel will man heutzutage alles und alle Gleich machen? Wir sind keine Chinesen. Jeder Mensch sollte seine eigene Identität haben. Gut, die muss nicht mit dem Geschlecht anfangen, dieses ist aber ein Teil seiner/ihrer Persönlichkeit.
    Ich möchte nicht so sein wie Millionen andere - ich werde immer ich bleiben. Und ich werde immer einen Y-Mann mit Haaren auf der Brust den glatttasierten Ewig-Vorpupertierenden vorziehen. In der Pupertät lernt man mit seinem Geschlecht klar zu kommen und es wachsen die Haare.

  • Wenn alle unisex daher laufen, können wir uns umso mehr auf richtig schön weibliche Frauen freuen, die dann einen phänomenalen Auftritt haben werden.

  • Und das ist besch.. ! ES LEBE DER KLEINE UNTERSCHIED!

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