Unterhaltungselektronik
Euronics profitiert von „Geiz ist geil“

Der knallharte Wettbewerb auf dem europäischen Markt für Unterhaltungselektronik tobt nicht nur unter Herstellern aus Japan, Korea und Europa. Auch im Handel wird nicht erst seit der "Geiz ist geil“-Kampagne von Saturn der Kampf ums Überleben immer härter. Euronics setzt dabei erfolgreich auf kaufkräftiges Publikum.

DITZINGEN. Seit eineinhalb Jahren segelt der Konkurrent von MediaMarkt/Saturn unter der Flagge Euronics. Der Chef der Einkaufsgenossenschaft mit fast 2 000 Mitgliedern zieht ein positive Bilanz: „Wir werden auch in diesem Jahr um fünf Prozent wachsen, während die Konkurrenten stagnieren“, sagt Werner Winkelmann Präsident der Euronics Deutschland eG im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Im Geschäftsjahr 2005/06 hatte die Muttergesellschaft Euronics International mit 26 Ländergesellschaften und Sitz in Amsterdam den Umsatz um neun Prozent auf zwölf Mrd. Euro erhöht. Im gerade abgelaufenen Jahr peilte Euronics 13 Mrd. an. Damit könnte die Gesellschaft die britische Dixon Group überholen und nach Mediamarkt/Saturn der zweitgrößte Einkäufer auf dem europäischen Markt für Haushaltselektronik werden, mit entsprechenden Einkaufskonditionen für seine Mitglieder.

In Deutschland betrug der zentralregulierte Umsatz der aus den Elektrofachhandelskooperationen Interfunk eG, Ditzingen, und Ruefach Gmbh&Co KG , Ulm, hervorgegangenen Gruppe zuletzt 1,44 Mrd. Euro. Das entspricht einem Außenumsatz der angeschlossenen Mitglieder von 3,2 Mrd. Euro. Das Wachstum lag im vergangenen Jahr bei acht Prozent. Dass auch Euronics nicht ganz so stark wie m Vorjahr wachsen wird begründet Winkelmann mit dem knallharten Preiswettbewerb der Metro -Töchter. Zum Vergleich: Mediamarkt und Saturn erreichen in Deutschland zusammen 8,8 Mrd. Bruttoumsatz, und auf Electronic Partner als nächst größere Einkaufskooperation entfallen 2,9 Mrd. Euro, danach folgt Expert mit 2,2 Mrd. Euro.

Aber das Ditzinger Unternehmen schlug sich ganz wacker gegen die Konkurrenz. Die Zentrale schüttete an ihre Mitglieder immerhin 73,4 Mill. Euro aus. Es zahle sich immer mehr aus, dass man den Fokus auf mehr Beratung und Qualität setze. „Es war klar, dass sich ‚Geiz ist geil’ irgendwann totlaufen würde“, sagt Winkelmann. Mit Genugtuung nimmt das Unternehmen zur Kenntnis, dass Saturn den jahrelang erfolgreichen Werbeslogan abgesetzt hat. Der Qualitätsaspekt gewinne wieder mehr an Bedeutung, beobachtet auch die GfK-Marktforschung in Nürnberg. Allerdings heiße das nicht, dass der Preis keine Rolle mehr spielt.

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