Unternehmen auf Rekordkurs
Lufthansa will zukaufen

Die Deutsche Lufthansa fliegt auf Rekordkurs. Nach neun Monaten zeichnet sich bei Europas zweitgrößter Fluggesellschaft für 2007 mit einem erwarteten Betriebsgewinn von 1,3 Mrd. Euro die beste Bilanz der Konzerngeschichte ab. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber hat bei Vorlage der Zwischenbilanz Interesse an der Übernahme anderer Airlines gezeigt.

dpa FRANKFURT. „Wir wollen eine aktive Rolle spielen“, sagte Mayrhuber am Donnerstag zu den erwarteten Übernahmen in der europäischen Luftfahrtbranche. Allerdings müssten Chancen und Risiken immer berücksichtigt werden. „Natürlich liegt auch in der Ruhe die Kraft“, sagte er bei der Vorlage der Quartalszahlen. Grundsätzlich habe Lufthansa etwa mit der Übernahme der Schweizer Swiss aber bewiesen, dass der Konzern ein Unternehmen sanieren könne. Seit geraumer Zeit wird spekuliert, dass Lufthansa andere Airlines wie Alitalia oder Iberia übernehmen könnte.

HB FRANKFURT. Trotz hoher Treibstoffkosten kündigte Mayrhuber weitere Ergebnisverbesserungen an. „Lufthansa fliegt weiter auf Erfolgskurs und wir arbeiten daran, dass das so bleibt“, sagte er. „Wir werden auch in wirtschaftlich besseren Zeiten darauf achten, keinen 'Wohlstandsspeck' anzusetzen“, fügte Mayrhuber mit Blick auf den erwarteten Rekordüberschuss hinzu.

Bis auf die IT-Sparte Lufthansa Systems steigerten alle Geschäftsbereiche (Passage, Fracht, Catering und Technik) ihr operatives Ergebnis zum Teil deutlich. Auch die seit Juli komplett zu Lufthansa gehörende Tochter Swiss legte mit 90 Mill. Euro Betriebsgewinn zu. Den größten Sprung machte das Passagiergeschäft auf 744 Mill. Euro nach einem operativen Ergebnis von 443 Mill. im Vorjahr. Der Gesamtkonzern weist nach neun Monaten 1,1 Mrd. Euro Betriebsgewinn aus, 57 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Einbußen bei Systems seien auf Restrukturierungen und Abschreibungen für ein gescheitertes Großprojekt zurückzuführen, sagte Mayrhuber.

Der Konzernüberschuss vervierfachte sich dennoch nahezu auf 1,6 Mrd. Euro. Hier schlugen aber auch Sondererträge aus dem Verkauf der Thomas-Cook-Beteiligung und Steuervergünstigen zu Buche. Analysten rechnen mit einer Sonderdividende für 2007. Investoren reagierten auf die Erfolgsbilanz mit Zukäufen. Die Aktie startete im Dax am Morgen mit einem Kursplus von 1,8 Prozent, büßte danach einen Teil der Gewinne aber wieder ein.

Der Kostendruck bleibe unverändert, nicht nur angesichts harter Konkurrenz und Überkapazitäten. Der Ölpreis bewege sich auf absolutem Rekordniveau, sagte Mayrhuber. Lufthansa sichere ihre Bezugspreise für Treibstoff jedoch seit Jahren gegen Schwankungen ab. „Und im Moment kommt uns auch der schwache Dollar beim Einkauf von Kerosin entgegen. Aber, das kann sich ändern – der Kostendruck bleibt.“

In der operativen Vergleichsrechnung mit anderen europäischen Fluggesellschaften hat Lufthansa nach eigener Darstellung die Gewinnmarge auf 7,0 Prozent von 5,1 Prozent im Vorjahr verbessert. Ziel sei, an Air France und British Airways vorbeizuziehen. Die Finanzkraft des Konzerns hat sich ebenfalls weiter verbessert. Finanzvorstand Stephan Gemkow verwies auf die geplanten Milliardeninvestitionen für den Kauf neuer Flugzeuge.

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