Unternehmen hat schlechtesten Ruf unter den Logistikdienstleistern
Bei Fracht ist die Bahn „katastrophal“

Der US-Paketdienst United Parcel Service (UPS) besitzt das beste Image der in Deutschland tätigen Logistikdienstleister. Seine direkten Wettbewerber verweist UPS deutlich auf die Plätze - auch Post-Tochter DHL.

DÜSSELDORF. Anschluss halten können der zur französischen La Poste gehörende Deutsche Paketdienst DPD, der US-Expressdienst Fedex und die Otto-Tochter Hermes. Dies ergab die jährliche Umfrage des Bielefelder Marktforschungsinstituts Emnid unter 300 Logistik-Managern im Auftrag des Münchener Fachmagazins Logistik Inside, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

Marktführer DHL, die Logistik- und Pakettochter der Deutschen Post, landet mit einer „durchschnittlichen“ Beurteilung weit abgeschlagen auf Platz 11 hinter Dachser und vor den Konkurrenten Fiege und Panalpina. Daran konnte offenbar weder ein hoher Marketing-Aufwand noch der mediale Dauereinsatz der Brüder Thomas und Christoph Gottschalk etwas ändern. Post-Chef Klaus Zumwinkel dürfte dies zu denken geben, denn dessen wichtigste Ziele lauten: „1. Qualität, 2. Qualität und 3. Qualität“. „Wir können mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein“, sagte ein Sprecher der Post. Der Konzern habe einen hohen Qualitätsanspruch.

UPS überzeugt der Umfrage zufolge vor allem durch die hohe Produktqualität. Denn hier liegt das Unternehmen in der Emnid-Untersuchung klar vor den Wettbewerbern. 85 Prozent der befragten Logistik-Manager beurteilen die Produktqualität von UPS positiv, bei DHL sind es nur 69 Prozent. In Sachen Kundenorientierung liegt UPS mit 76 Prozent vor allen Wettbewerbern. DHL kommt lediglich auf 64 Prozent. Nach Meinung von Branchenkennern liegt das vor allem daran, dass DHL noch als Staatskonzern wahrgenommen wird. Dass dies aber nicht zwangsläufig mit einem schlechteren Image verbunden sein muss, beweist Lufthansa Cargo. Die Frachttochter des ehemaligen Staatsunternehmens liegt auf Platz drei des Image-Rankings.

Den schlechtesten Ruf hat der Logistikkonzern Deutsche Bahn mit der Beurteilung „katastrophal“. Neben der Güterverkehrstochter Railion gehört zur Bahn-Logistik vor allem die Tochter Schenker, die unter dem Dach des von der Bahn übernommenen Stinnes-Konzerns als Spitzenmarke in der Logistik galt. Bei allen wichtigen Imagefaktoren wie Produktqualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Kundenorientierung hat Schenker deutlich schlechter abgeschnitten als im Vorjahr. Auch die Managementqualität wurde negativer wahrgenommen. Doch es ist fraglich, ob die Leistungsfähigkeit von Schenker wirklich schlechter geworden ist oder ob das negative Image der Dachmarke Deutsche Bahn den Eindruck trübt.

Das Umfrageergebnis sei für Schenker nicht erfreulich, aber auch nicht nachvollziehbar, sagte ein Sprecher der Bahn-Logistik. Der Auftritt des Unternehmens habe sich gegenüber dem Zeitpunkt der Vorjahresumfrage nicht verändert, auch die geschäftliche Praxis und die Produkte seien völlig gleich geblieben. Der „Shareholder Bahn“ habe sich in der Geschäftsführung nirgends bemerkbar gemacht.

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