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Lufthansa baut Billigflüge europaweit aus

Europas zweitgrößte Fluggesellschaft Lufthansa rechnet mit weiterhin steigenden Treibstoffkosten und erwartet deshalb 2006 allenfalls einen geringen Gewinnanstieg. Zugleich verstärkt die Fluggesellschaft ihren Kampf gegen die Billigflieger.

HB FRANKFURT. Die bisher in Hamburg und Düsseldorf getesteten Angebote werden mit 99-Euro-Flügen innerhalb Europas auf ganz Deutschland ausgeweitet. Vom 3. April an gibt es ein Kontingent von 350 000 Tickets pro Monat, die zu Einstiegstarifen von 99 Euro plus 10 Euro Ticketgebühr bei elektronischer Buchung verkauft werden.In diesem Preis für den Hin- und Rückflug sind Flughafengebühren, Steuern und Kerosinkosten enthalten.

Lufthansa rechne 2006 mit einem operativen Ergebnis mindestens auf dem Vorjahresniveau, sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

2005 hatte das Unternehmen operativ 577 Millionen Euro verdient, gut 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Erstmals wiesen alle Geschäftsbereiche operative Gewinne aus. Die seit Jahren verlustreiche Cateringtochter LSG schaffte den Turnaround mit einem operativen Ergebnis von fünf Millionen Euro. Allerdings halbierte sich der Betriebsgewinn im Passagiergeschäft wegen der hohen Treibstoffkosten auf 135 Millionen Euro.

Auch für 2006 rechnet Lufthansa mit einem weiteren Anstieg der Kerosinkosten um 22 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. „Eine Trendwende ist hier nicht in Sicht“, sagte Mayrhuber. Im vorigen Jahr gab Lufthansa 2,7 Milliarden Euro für Treibstoff aus, 46 Prozent mehr. Dennoch bleibt Europas zweitgrößte Fluggesellschaft bei dem Ziel, spätestens im Jahr 2008 das einstige Rekordniveau von einer Milliarde Euro operativem Gewinn zu erreichen. Das seit 2004 laufende Sparprogramm über 1,2 Milliarden Euro werde in diesem Jahr erfüllt. Es müsse aber weiter gespart werden. „Die Kosten müssen runter, die Effizienz muss weiter steigen“, sagte Mayrhuber.

Die Integration der im vorigen Jahr erworbenen Swiss laufe sehr erfolgreich. Die Synergien dürften 2006 rund 150 Millionen Euro betragen, doppelt so viel als ursprünglich erwartet. Bis Ende des Jahres soll der Anteil von Lufthansa auf 100 Prozent von derzeit 49 Prozent steigen.

„Die Synergieeffekte durch die Integration der Swiss entwickeln sich schneller und umfangreicher als wir das ursprünglich erwartet hatten“, sagte Mayrhuber. Im kommenden Jahr werde mit einem positiven Ergebnis bei Swiss gerechnet. 2005 fiel noch ein Nettoverlust von 178 (Vorjahr: 140) Millionen Schweizer Franken an.

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