Unternehmen mit Gewinnsprung
Tui feiert mit Frühbucherrabatten Erfolge

Der Touristikkonzern TUI spürt in seinem Heimatmarkt Deutschland nach den vergangenen Krisenjahren wieder eine Belebung der Reiselust.

HB KYLLINI/FRANKFURT. „Durch gute Auslastungen der Airlines und gute Buchungen in unseren Vertriebsketten werden wir im Quellmarkt Deutschland in diesem Jahr viel Geld verdienen“, sagte Tui Deutschland-Chef Volker Böttcher am Dienstag im griechischen Kyllini bei der Vorstellung der Winterkataloge 2004/2005. Die Reisebuchungen der inländischen Kundschaft im Sommer hätten die Erwartungen voll erfüllt.

Im Winter will Europas größter Touristikkonzern nun mit stabilen Preisen und einem neuen System für Frühbucher seine deutschen Gäste locken und den Aufwärtstrend fortsetzen. Der Konzern, der angesichts des stark gesunkenen Börsenkurses und abgabewilliger Großaktionäre wie der WestLB AG als Übernahmekandidat gilt, kündigte zugleich für Donnerstag vorzeitig die Bekanntgabe erster Eckdaten zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal an.

Händler und Analysten begrüßten dies, sie erwarten positive Nachrichten vom Unternehmen mit Sitz in Hannover. Die Aktie gehörte nach einem guten Wochenstart auch am Dienstag mit einem Kursplus von mehr als vier Prozent auf rund 14,70 Euro zu den größten Gewinnern im Deutschen Aktienindex (Dax). In der vergangenen Woche hatte das Papier noch deutlich verloren, Hedge Fonds sollen angeblich gegen das Unternehmen spekuliert haben - in Hoffnung auf eine spätere Übernahme der TUI und einen wieder steigenden Aktienkurs.

Böttcher rechnet in diesem Jahr mit einem deutlich verbesserten positiven Ergebnis der Tui Deutschland. „Wir werden voraussichtlich sogar noch über den Erwartungen liegen und ein Ergebnis im hohen zweistelligen Millionenbereich erreichen“, sagte Böttcher mit Blick auf das operative Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebta). Das werde sich auch bei den Halbjahreszahlen des Gesamtkonzerns widerspiegeln. Die Zahl der Gäste für die laufende Sommersaison liege derzeit in Deutschland zwei Prozent über dem Vorjahr, teilte Tui mit. Die Umsätze legten aktuell 2,4 Prozent zu.

„Die Buchungszahlen an sich sind jetzt nicht berauschend“, kommentierte HVB-Analyst Christian Obst. Wichtig sei aber, dass bessere Preise als im Vorjahr erzielt worden seien. Gerade für das wichtige Geschäft mit den Kunden hier zu Lande seien verbesserte Gewinnmargen von Bedeutung. „Das ist eigentlich die positive Nachricht“, fügte Obst hinzu. Tui-Deutschland-Chef Böttcher räumte ein, dass angesichts der Buchungszahlen ein tendenziell schwaches Gewinnwachstum vermutet werden könne. „Aber steigende Gästezahlen lassen nicht immer Rückschlüsse auf die Ergebnisse zu.“ Bei Tui Deutschland gelte „Preis vor Menge“.

Die Entscheidung des Konzerns, Eckdaten zum zweiten Quartal auf den 5. vom 12. August vorzuziehen, wurde von Händlern und Analysten positiv aufgenommen. „Da hoffen natürlich viele, dass die Zahlen wirklich gut sein werden“, sagte ein Börsianer. Für die seit langem wegen des geschrumpften Börsenwertes vom Abstieg aus dem Dax bedrohte Tui ist ein im August weiter steigender Kurs zusätzlich sehr wichtig. In den vergangenen vier Handelstagen hat die Aktie wieder fast 14 Prozent an Wert gewonnen.

Die Spekulationen um eine mögliche Übernahme der Tui waren in der vergangenen Woche erneut aufgekommen, als die Investmentbank Morgan Stanley ihren Tui-Anteil auf 10,1 Prozent verdoppelt hatte. Daraufhin hatte Tui-Chef Michael Frenzel eine Übernahme als mögliches Szenario öffentlich nicht mehr ausgeschlossen. Ohnehin ist noch immer offen, wann und an wen die WestLB ihr Aktienpaket von gut 30 Prozent verkaufen wird. Frenzel kündigte an, sich gegen mögliche Übernahmeversuche wehren zu wollen. Hinter dem Kursverfall der Vorwoche vermute er Spekulationsgeschäfte mit dem Ziel, den Kurs systematisch nach unten zu drücken, hatte er in einem Interview erklärt.

Trotz höherer Preise für Flugbenzin bleiben die Preise nach Tui-Angaben für den Winter 2004/2005 im Schnitt stabil. Dies sei unter anderem durch Kostensenkungen möglich. So würden Reisen zum wichtigsten Winterreiseziel der Deutschen - den Kanarischen Inseln - sogar rund fünf Prozent preiswerter, nach Mallorca um vier Prozent. Dagegen stiegen die Preise für Urlaub im Inland und in Österreich um je 1,5 Prozent. Für Reisen nach Italien, Ägypten und in die Türkei müssten Winterurlauber ebenfalls tiefer in die Tasche greifen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%