Unternehmen will Finanzbasis stärken und verspricht kräftiges Wachstum
FTI macht sich fit für den Kapitalmarkt

Der Münchener Reiseveranstalter FTI-Frosch Touristik will den Kapitalmarkt anzapfen, um seine Wachstumspläne zu finanzieren. „Unser Ziel ist, kapitalmarktfähig zu werden“, sagte Finanzchef Turan Jenei dem Handelsblatt. Wann die erste Kapitalmaßnahme geplant sei, wollte Jenei nicht sagen. In Branchenkreisen hieß es jedoch, die Planungen dafür seien schon weit vorangeschritten.

MÜNCHEN. Mit der angestrebten Finanzspritze soll das Unternehmen eine breitere finanzielle Basis bekommen. In welcher Form das geschehen soll, wollte FTI-Chef Dietmar Gunz nicht sagen. In Frage kommen eine Anleihe oder ein Börsengang. Akquisitionen seien nicht geplant. Durch die zusätzlichen Mittel solle das angestammte Geschäft ausgebaut werden, sagte Gunz.

FTI hat im vergangenen Geschäftsjahr (30.9.) die Wende geschafft und erstmals seit vier Jahren wieder einen Gewinn erzielt. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) blieben 477 000 Euro übrig. Im Jahr davor musste das Unternehmen noch einen Verlust von knapp 42 Mill. Euro hinnehmen.

„Wir bieten heute wieder das an, was der Markt will“, begründet Gunz den Umschwung. Der Firmengründer hatte FTI im Herbst 2003 zusammen mit einer Investorengruppe zurückgekauft. Zuvor war der britische Reiseanbieter Airtours (später My Travel) daran gescheitert, FTI in den Konzern einzugliedern. Die Engländer hatten im Jahr 2000 die Mehrheit übernommen; unter der Führung von My Travel liefen jedoch Verluste von 150 Mill. Euro auf.

Gunz erwarb FTI für den symbolischen Betrag von einem Euro und bekam im abgelaufenen Geschäftsjahr noch eine Mitgift von 15 Mill. für frühere Garantieverpflichtungen von My Travel. Gekoppelt mit niedrigeren Ausgaben für die IT, für Marketing und Personal kam FTI in die schwarzen Zahlen.

Mit einem Umsatz von zuletzt 545,7 Mill. Euro gehört FTI im europäischen Vergleich zu den kleineren Reiseveranstaltern. Zum Vergleich: Branchenführer Tui kam 2004 auf mehr als 13 Mrd. Euro, die Nummer zwei Thomas Cook auf mehr als sieben Mrd. Euro.

Für das in drei Monaten zu Ende gehende Geschäftsjahr erwartet FTI ein Umsatzplus von 6,5 Prozent und ein höheres Ebitda. Allerdings sei es noch zu früh für eine Prognose, denn das Sommergeschäft habe gerade erst begonnen. „Der wichtigste Teil des Jahres kommt noch“, sagte Finanzchef Jenei. Doch es sehe gut aus, im April und Mai hätten die Buchungen die Vorjahreswerte um zehn Prozent übertroffen. Zuletzt zeigten sich auch die Wettbewerber zufrieden mit der Buchungssituation.

Für die nächsten Jahre verspricht FTI Wachstum und steigende Gewinne. Jenei: „Mit unseren Strukturen können wir ohne wesentliche Kostensteigerungen wachsen. Das Unternehmen ist organisatorisch so ausgerichtet, ein Plus von 30 bis 40 Prozent zu verkraften.“

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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