Unternehmen will verstärkt Wohnimmobilien verkaufen
WCM reduziert Konzernverlust

Obwohl die Frankfurter Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM im ersten Quartal ihren Konzernverlust deutlich gesenkt hat, äußerten sich Analysten skeptisch zur Zukunft des Unternehmens. Sie sind wegen der hohen Verschuldung und der schwachen Ertragslage besorgt.

HB FRANKFURT. Der Konzernverlust nach Steuern sei im Zeitraum Januar bis März 2004 auf 5,35 Mill. € von minus 17,89 Mill. im Vorjahr reduziert worden, teilte die im Nebenwerte-Index MDax gelistete Firma in ihrem am Montag veröffentlichten Quartalsbericht mit. Der Verlust im gewöhnlichen Geschäft sei auf 3,06 (Vorjahr: 15,07) Mill. € zurückgegangen.

Für dieses Jahr stellte WCM ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Aussicht, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 190,3 Mill. € angefallen war. In den ersten drei Monaten 2004 erhöhte sich das Ebit um drei Mill. € auf 9,1 Mill. €. WCM-Chef Roland Flach schrieb im Geschäftsbericht an die Aktionäre, er sei mit dem ersten Quartal noch nicht zufrieden. „Wir arbeiten an einer weiteren Konsolidierung und Verbesserung der Ertragssituation.“ Unter anderem will WCM im Bereich Wohnimmobilien die Verkaufsquote an Mieter, Eigennutzer und Privatanleger auf 2,5 % von rund ein Prozent zum Ende 2003 erhöhen. „Diese Maßnahmen werden ab dem vierten Quartal 2004 einen spürbaren Einfluss auf die Ertrags- und Liquiditätssituation des Konzerns haben“, hieß es im Quartalsbericht.

Am Kapitalmarkt gehörte WCM zu den größten Kursgewinnern im MDax. Das Papier legte in einem nur wenig veränderten Gesamtmarkt rund 2,5 % auf 1,20 € zu. Analysten äußerten sich dennoch verhalten zu den Aussichten der WCM. „Ich bin skeptisch, solange WCM nicht auf einen nachhaltig rentablen Pfad zurückkehrt und eine solidere Bilanzstruktur aufweisen kann“, sagte Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe. Trotz der deutlichen Reduzierung der Schuldenlast lägen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit 1,4 Mrd. € noch bei mehr als der Hälfte der Bilanzsumme. Die seit langem diskutierte Kapitalerhöhung wäre ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Bilanzstruktur. „Eine Verdoppelung des Eigenkapitals wäre ein ein Erfolg, aber nur ein erster Schritt“, sagte Schlienkamp.

Das Frankfurter Unternehmen rechnet im laufenden Jahr nicht mit nennenswerten Verkaufserlösen aus der Veräußerung von Beteiligungen, die 2003 den Verlust noch in Grenzen gehalten hatten. Im vergangenen Jahr hatte WCM unter anderem ihren Anteil von einst mehr als fünf Prozent an der Commerzbank fast vollständig verkauft, dennoch aber einen Verlust im Konzern von rund 306 Mill. € erzielt. Mitten in der Börsenkrise waren es 2002 noch 860 Mill. € Verlust.

Zum Verkauf steht bei WCM in diesem Jahr das 57-prozentige Paket an den Maternus Kliniken, die in Deutschland 18 Pflegeeinrichtungen und zwei Rehabilitationskliniken betreiben. Festhalten will WCM indes an der Klöckner-Werke AG, die in der Abfüll- und Verpackungstechnik tätig ist. Weitere Beteiligungen sollen nicht gekauft werden.

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