Untersuchungen noch nicht gänzlich abgeschlossen
Sammelklage gegen Adecco in den USA zurückgewiesen

Mit der Zurückweisung der US-Sammelklagen gegen den Personaldienstleister Adecco durch ein kalifornisches Gericht sind die letzten Fragen der Buchhaltungsprobleme geklärt. „Damit ist nichts mehr hängig“, sagte ein Adecco-Sprecher am Donnerstag. Rückstellungen seien für die Klagen nicht getroffen worden.

HB ZÜRICH. In anderen Zusammenhängen bleiben für Adecco jedoch noch offene Untersuchungen. Der Bezirksgericht für den Southern District of California hat laut Adecco-Angaben die Sammelklagen von Investoren gegen den Konzern sowie Manager des Unternehmens im Zusammenhang mit dem mehrmals verschobenen Jahresabschluss 2003 abgewiesen. Zu dem Entscheid können die Kläger innerhalb von 45 Tagen Ergänzungen vortragen.

„Das wird sicher dazu beitragen, dass das Vertrauen wieder vollkommen hergestellt werden kann“, sagte der Sprecher. Die Abweisung der Sammelklage war im Markt erwartet worden. Zuvor schon hatte die US-Börsenaufsicht SEC eine Untersuchung im Zusammenhang mit der verzögerten Berichterstattung folgenlos abgeschlossen. „Wenn es anders gekommen wäre, hätte dies einen viel grösseren Einfluss gehabt“, so Börsenhändler. „Mit der Ablehnung der Sammelklage in Kalifornien besteht eine Unsicherheit weniger. Grundsätzlich positiv, doch kaum kursrelevant, da die Resultate des Jahres 2003 ex post betrachtet nicht irreführend waren“, so die Zürcher Kantonalbank.

Die Adecco-Aktien lagen im Morgenhandel 0,6 Prozent im Plus bei 58,70 sfr, der europäische Branchenindex tendierte 0,4 Prozent höher. Der Konzern wird am kommenden Dienstag den Bericht für das erste Quartal 2005 vorlegen. In anderen Zusammenhängen laufen gegen Adecco allerdings zusammen mit anderen Firmen der Branche noch Untersuchungen. So ist der Konzern in Frankreich mit Ermittlungen wegen möglicher Verletzungen des Wettbewerbsrechts konfrontiert. In den USA könnten Nachforderungen wegen der angewendeten Steuerrate bei der staatlichen Arbeitslosenversicherung erfolgen, hierfür seien Rückstellung in Höhe von acht Millionen Euro gebildet worden.

Zumindest die Buchhaltungsaffäre ist mit dem US-Gerichtsentscheid nun jedoch rechtlich abgeschlossen. Der weltgrösste Personaldienstleister hatte mit Hinweis auf Ungereimtheiten in der Buchführung die Vorlage des Geschäftsberichts 2003 wiederholt verschoben. Die Sammelklage der Investoren betraf die Verletzungen des Börsenrechtes in diesem Zusammenhang. Die Ungereimtheiten hatten sich schliesslich nur als kleines Kontrollproblem in der Buchführung erwiesen, aber nach Ansicht von Analysten zu einem nachhaltigen Imageschaden geführt.

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