UPS
Neue Flugzeuge, weniger Lärmbelästigung

Logistikriese UPS erwirbt zum ersten Mal seit zehn Jahren neue Frachtflugzeuge. Der Milliarden-Kauf könnte für weniger Lärm am Flughafen Köln/Bonn sorgen, sagt Jim Barber, Chef für das internationale UPS-Geschäft.
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Milliarden-Auftrag für Boeing: UPS bestellt 14 Frachtflugzeuge vom Typ 747-8. Zahlen wurden keine genannt, aber die Maschinen kosten per Listenpreis 225 Millionen Dollar das Stück. Der Logistikkonzern dürfte aber einen niedrigeren Preis zahlen. Die ersten zwei Maschinen werden 2017 ausgeliefert.

Mit den neuen 747-8 will UPS das steigende globale Transportvolumen bewältigen und für mehr Flexibilität in seinem Netzwerk sorgen. Sie sind größer und effizienter als die bisherigen 747-4 und sollen laut dem internationalen UPS-Chef Jim Barber vor allem auf Routen nach und in Asien eingesetzt werden. Dafür werden die dort bisher eingesetzten 747-4 „näher an Europa“ gebracht, wie Barber sagt.

Das ist eine entscheidende Neuerung für den Köln/Bonn-Flughafen. Der Airport ist für UPS das Drehkreuz in Europa, Maschinen dürfen dort auch nachts landen – sehr zum Ärger der Anwohner. Bislang landen und starten dort täglich auch drei bis vier Maschinen des alten Typs McDonnell Douglas MD-11.

Die will Barber in die USA zurückbeordern, um die Lärmbelastung zu mindern – seit vielen Jahren ein großes Streitthema in der Region. Noch ist nichts in trockenen Tüchern: „Wir arbeiten Hand in Hand mit Flughafenchef Michael Garvens“, sagt Barber.

Den Großauftrag verkündete UPS im Rahmen seiner neuen Quartalszahlen. Die Bestellung spiegelt das globale Wachstum von UPS wider: Der Umsatz stieg in den Monaten von Juli bis September um knapp fünf Prozent auf 15 Milliarden Dollar, der Gewinn vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen um 2,5 Prozent auf 2,03 Milliarden Dollar.

Heraus stach dabei das internationale Geschäft, dessen Gewinn um 13,6 Prozent auf 576 Millionen Dollar kletterte. „Wir hatten ein wirklich gutes Quartal in Europa“, sagte Barber.

E-Commerce und Exporte treiben das Transportvolumen. Vor einem Jahr beförderte das Unternehmen täglich im Schnitt 17.133 Pakete, jetzt sind es 18.152. International stieg der Wert überproportional um 7,5 Prozent auf 2788 – trotz negativer Faktoren wie des Brexits.

„Noch bemerken wir nichts davon“, sagte Barber. Eher im Gegenteil, so der UPS-Manager, das Ergebnis in Großbritannien sei vom Wachstum das beste aller Zeiten gewesen. Noch sei das Land nicht aus der EU ausgetreten, sagte Barber, allerdings würden kleine und mittlere Unternehmen langsam „nervös“ werden.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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