US Airways
Der Flug ohne Wiederkehr

Es ist das Ende einer Ära, und vielleicht ein Tag voller Chaos. Am Samstag ist US Airways für immer verschwunden. Die Reservierungssysteme wurden mit American Airlines verschmolzen. Die US-Luftfahrt hielt den Atem an.

San FranciscoPlanmäßig hob US Airways Flug 1939 am 16. Oktober in San Francisco um 22.00 Uhr Ortszeit vom San Francisco International Airport ab, um irgendwann gegen sechs Uhr morgens am Samstag 17. Oktober in Philadelphia zu landen. Wenn die letzten Passagiere den Airbus A 321 verlassen haben, wird das Flugzeug in die Wartungshallen gerollt und für die Umlackierung vorbereitet.

In San Francisco und allen anderen Flughäfen in den USA werden in der Nacht die letzten Schilder und Hinweistafeln an den Fluggates abmontiert. Punkt 12 Uhr Mittag ist dann die einstmals stolze Luftfahrtgesellschaft Vergangenheit. Die Reservierungssysteme werden zusammengelegt und die übernehmende American Airlines ist endgültig offiziell die größte Fluggesellschaft der Welt.

Rund zwei Jahre hat die Fusion von American Airways und US-Airways gedauert. Alles musste zusammengelegt werden. Von den Vielfliegerbonus-Karten über Wartungsanweisungen und Boardingpläne bis hin zu den Reservierungssystemen. Gerade hier droht am Samstag das Chaos. Dann wird endgültig der Schalter umgelegt die Systeme verschmolzen. Und jeder weiß, was passieren kann. Anfang 2012 praktizierten United Airlines und Continental Airlines das gleiche Spiel, und es war der Alptraum: Nichts funktionierte wirklich. Hunderte Flüge fielen aus oder waren verspätet. Fluggäste standen in endlosen Warteschlangen. Die Hotlines verzeichneten Warteschleifen von über einer Stunde.

Und nicht nur das. Über Monate hinweg gab es immer wieder kleinere Probleme, die die Unzufriedenheit der Kunden nur erhöhten. Reisebüros versuchten mit allen Mitteln, die Airline zu meiden, um ihre gut zahlenden Kunden nicht zu verärgern. Das Ergebnis war im Quartalsbericht abzulesen. Im zweiten Quartal 2012 lag der Gewinn am Ende um dramatische 37 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Das will Maya Leibman unter allen Umständen vermeiden: „Wir haben keine Kosten gescheut“, erklärte die IT-Managerin zu Wochenbeginn vor Journalisten. Unter anderem wird ein mit 1000 Mitarbeitern besetztes Notfall-Zentrum vom 14. bis 27. Oktober in Betrieb sein, um auf überraschende Probleme sofort reagieren zu können.

Seit Juli werden alle Buchungen wenn möglich auf American-Systeme umgeleitet. Und für den schicksalhaften Samstag wurde extra einmalig der Flugplan von US Airways um elf Prozent oder rund 200 Flüge zusammengestrichen. Jeder Flug, der nicht stattfindet, der kann auch nicht schief gehen, wenn 9000 Computer auf einmal umgestellt werden.

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