US Airways und American Airlines
Megafusion der US-Luftfahrt ist perfekt

Die Fusionswelle am amerikanischen Luftfahrtmarkt endet mit einem Paukenschlag: American Airlines und US Airways verschmelzen zur größten Airline der Welt. Die Allianz ist für die Kunden keine gute Nachricht.
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DüsseldorfAus American Airlines und US Airways wird die größte Fluggesellschaft der Welt. Mit einem Gesamtumsatz von mehr als 38 Milliarden Dollar verweist das neue Unternehmen den bisherigen Branchenführer Delta auf die Plätze. Der Wert des neuen Unternehmens soll sich laut Kreisen auf elf Milliarden Dollar belaufen.

Die American-Airlines-Seite soll 72 Prozent der Anteile am neuen Unternehmen halten, auf die kleinere US Airways entfielen 28 Prozent, teilten die Gesellschaften am Donnerstag in Dallas mit. Dafür werde US-Airways-Chef Doug Parker zum Konzernchef befördert. Parker hatte den Zusammenschluss vorangetrieben. Einer verliert hingegen an Macht: Der bisherige American-Airlines-Chef Tom Horton wird Vorsitzender des Verwaltungsrates – und damit aus der operativen Verantwortung entlassen.

Die neue Airline wird über mehr als 1.500 Maschinen verfügen und 6.400 Flüge täglich anbieten. Nach United und Continental sowie Delta und Northwest Airways ist damit die letzte und größte Fusion des US-Luftfahrtmarktes in trockenen Tüchern. Die vier größten US-Gesellschaften beherrschen in Zukunft rund 83 Prozent des Marktes. „Die Merger-Manie ist vorbei“, sagt Ernest Arvai, Gründer der Branchenberatung Arvai Group in Boston. Nun steht noch die Genehmigung des Zusammenschlusses durch die US-Regierung aus. Trotz der hohen Marktkonzentration wird sie die Fusion voraussichtlich genehmigen.

Seit August hatten die Airlines ihren Anteilseignern ihre Geschäftsbücher offengelegt, um einen Zusammenschluss prüfen zu können. Kurz vor Ablauf dieser Vereinbarung wurde nun die Zustimmung für eine Allianz gegeben.

Auch wenn die Anteilseigner von US Airways nur 28 Prozent am neuen Unternehmen halten, dürfte ihr operativer Einfluss höher sein. Die Anleiheinhaber von AMR bekommen 72 Prozent des neuen Unternehmens. Ganz leer ausgehen werden die AMR-Aktionäre.

Mehrere Jahre hatte Parker nach einem großen Partner gesucht. Zweimal war er mit diesem Vorhaben schon gescheitert. Sein Übernahmeangebot an Delta Airlines wurde abgelehnt, 2010 scheiterten die Fusionsgespräche mit United Airlines. Die Allianz mit American Airlines ist sein dritter Versuch, in die Weltspitze vorzustoßen.

Dafür opfert die Airline sogar ihren Namen. Die neue Fluggesellschaft soll unter dem Namen American Airlines firmieren. Auch der Hauptsitz bleibt in der Heimat von American Airlines, dem texanischen Fort Worth. Die US-Airways-Zentrale in Tempe, Arizona, wird aufgegeben.

Lange hatte sich die American-Airlines-Holding AMR gegen eine Fusion gewehrt. Doch seitdem die Airline vor 15 Monaten Insolvenz anmelden musste, liegt ihr Schicksal in den Händen der Konkursrichter und Anleihebesitzer. Insbesondere letztere unterstützen die neue Allianz. Aus der Nummer drei und der Nummer fünf wird die neue Nummer eins. Dem Zusammenschluss müssen nun noch die Wettbewerbsbehörden und die Aktionäre, sowie das für das Insolvenzverfahren zuständige Gericht zustimmen.

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  • @Horst1974

    Schön wär's!

  • Seit wann erhält man ein "gesundes" Unternehmen wenn zwei Bankrotte Unternehmen fusionieren?

  • Ja, das ist oft zu hören. Alt = doof und unrentabel. Die letzte große Phase, in der die neuen Technologien hochgejubelt und die alte Industrie feierlich zu Grabe getragen wurd, war die dotcom-Blase 2000/2001.

    Ich sende ein herzliches Willkommen an die neuen, jungen asiatischen Airlines. Der Service ist momentan sicher besser. Aber sie müssen erst noch beweisen, dass sie nachhaltig am Markt erfolgreich sein können. Also auch wenn Flotte und Belegschaft in die Jahre kommen.

    Wie Sie schon schreiben, hat Sicherheit Top-Priorität (also noch vor netten jungen Flugbegleiterinnen und bequemen Sitzen). Und hier (Wartung und Technik) ist die Lufthansa mit Ihrer jahrelangen Erfahrung den aufstrebenenden asiatischen Airlines meilenweit voraus.

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