US-Behörden lehnen Kreditbürgschaft für die hochverschuldete Fluggesellschaft ab
United Airlines bangt um die Zukunft

Das Schicksal der amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines hängt weiter in der Schwebe. Nachdem der staatliche Air Transportation Stabilization Board (ATSB) zum zweiten Mal innerhalb von 18 Monaten den Antrag auf eine milliardenschwere Kreditbürgschaft abgelehnt hat, muss United nach neuen Finanzquellen suchen, um wieder abzuheben.

tor/Bloomberg NEW YORK. Die Fluggesellschaft steht seit Dezember 2002 unter Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts. Die staatliche Kreditbürgschaft sollte ihr den Weg zurück in die unternehmerische Freiheit ebnen. United ist Partner der Lufthansa in der Star Alliance.

Das staatliche Gremium hat die Tür noch nicht ganz zugeschlagen. Zwei der drei Boardmitglieder haben angeboten, einen neuen, geänderten Kreditantrag nochmals zu prüfen. United werde seinen Antrag auf die Bürgschaft über 1,6 Mrd. Dollar noch einmal überarbeiten, sagte eine Firmensprecherin nach der Entscheidung. Die Ablehnung sei „voreilig“, man bitte die Boardmitglieder, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Der ATSB begründete seine Ablehnung damit, dass United mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auch ohne eine staatliche Kredithilfe überleben könne. Die Kreditmärkte für die Airlines hätten sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren verbessert, schrieb ATSB-Direktor Michael Kestenbaum. Außerdem habe United nicht nachweisen können, dass eine staatliche Kreditbürgschaft notwendig sei, um das amerikanische Luftfahrtsystem lebensfähig zu halten. Dies ist jedoch eine Voraussetzung, damit das nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eingerichtete Gremium Subventionen zahlen kann.

„Das ist ein erheblicher Rückschlag, aber es ist nicht das Ende für United", sagte Philip Baggaley, Airline-Analyst bei Standard & Poor's, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Experten vermuten, dass die Manager von United noch einmal auf die Gewerkschaften zugehen, um von den Arbeitnehmern weitere Konzessionen zu erreichen. Das dürfte nicht einfach werden, tragen die Beschäftigten doch bereits die Hälfte der jährlichen Einsparungen von etwa fünf Mrd. Dollar. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter forderte denn auch das Management auf, sich nach anderen Kapitalgebern umzusehen. Trotz der Konzessionen liegen die Arbeitskosten bei United allerdings noch immer über dem Niveau der meisten Konkurrenten. So haben sich gerade die Piloten von Delta Air Lines bereit erklärt, über Gehaltskürzungen zu verhandeln. Als weitere Finanzquellen bieten sich für United der Verkauf von Vermögensteilen und die Kapitalbeteiligung eines Partners an.

Dass die großen US-Airlines trotz erheblicher Einsparungen und steigender Nachfrage nicht in die Gewinnzone kommen, liegt vor allem an dem harten Preiswettbewerb mit den Billig-Fliegern. Außerdem treibt der hohe Ölpreis die Treibstoffkosten stark in die Höhe. United allein muss in diesem Jahr vermutlich 750 Mill. Dollar mehr für Kerosin ausgeben als geplant. Im ersten Quartal haben die fünf größten Fluglinien zusammen einen Verlust von fast 1,4 Mrd. Dollar eingeflogen. United verlor in den vergangenen vier Jahren rund 8,6 Mrd. Dollar.

Um wieder auf die Füße zu kommen, braucht United nach eigenen Angaben einen Kredit in Höhe von zwei Mrd. Dollar von den Großbanken JP Morgen Chase und Citigroup. Die wollen jedoch nur zahlen, wenn der Staat als Bürge einspringt. Mit dem Milliardenkredit will United die finanziellen Voraussetzungen schaffen, um im zweiten Halbjahr den Gläubigerschutz zu verlassen. Der Plan ist nun gefährdet. Der Konkursrichter hat dem Unternehmen bis zum 30. Juli Zeit gegeben, um seinen Restrukturierungsplan vorzulegen. Schafft es das bis dahin nicht, die Finanzierung auf die Beine zu stellen, können die Gläubiger alternative Vorschläge für die Zukunft von United machen.

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