US-Börsenaufsicht in Kontakt mit Schweizer Bankenkontrolle
US-Anwälte drohen Adecco mit Sammelklage

Dem weltgrößten Zeitarbeitsunternehmen Adecco droht nach dem Rücktritt zweier Vorstände und Verzögerungen bei der Vorlage der Bilanz neuer Ärger. Zwei Anwaltskanzleien haben in den USA im Namen von Aktionären Schadenersatzklagen gegen den Schweizer Konzern eingereicht.

HB BERN. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat die Schweizer Bankenkommission (EBK) ersucht, sie bei der Aufklärung von Bilanzunregelmäßigkeiten beim Personalvermittler Adecco zu unterstützen. Das bestätigte eine Sprecherin der Schweizer Bankenkontrollbehörde am Montag. Die EBK habe sich ihrerseits mit der selben Bitte an die britische Financial Services Authority (FSA) gewandt. Die Aktien der Adecco sind in der Schweiz notiert, werden aber auch an der Londoner Virt-X Börse gehandelt.

Schon in der vergangenen Woche hatten die SEC und auch ein New Yorker Staatsanwalt Untersuchungen gegen Adecco eröffnet. Drei Anwaltskanzleien wollen in Sammelklagen die erlittenen Kurseinbußen einklagen. Die am 12. Januar von Adecco wegen Bilanzproblemen angekündigte Verschiebung der Präsentation der Jahreszahlen hat ein Drittel des Börsenwerts von umgerechnet 9,5 Mrd. € vernichtet. Im Wochenvergleich war die Aktie um 33 % gefallen.

Das Unternehmen hatte Unstimmigkeiten im Nordamerika-Geschäft eingeräumt. Finanzchef Felix Weber und auch der Leiter für das Nordamerika-Geschäft, Julio Arrieta, müssen gehen. Weber gab am Samstag im Zürcher „Tages-Anzeiger“ der Hoffnung Ausdruck, sein Ausscheiden werde etwas zur Beruhigung der Lage beitragen. Er übernehme die volle Verantwortung für das Buchhaltungsfiasko, sagte er.

Der weltgrößte Vermittler von Zeitarbeit hat noch nicht mitgeteilt, wann er die Jahreszahlen 2003 präsentieren kann. Nach Angaben der Schweizer Börse SWX hat das Unternehmen bis Ende Juni 2004 Zeit. Die Schweizer „Sonntags Zeitung“ hatte berichtet, dass bei Adecco ein Buchungsloch von rund 40 bis 50 Mill. € klaffe. Die Differenz ergebe sich aus dem, was Adecco an Provisionen verbucht habe und dem, was die Kunden ihrerseits verbucht haben, zitierte die Schweizer Zeitung einen Insider.

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