US-Drogeriekette

Walgreens schluckt Rite Aid für 9,41 Milliarden

Die große US-Drogerie- und Apothekenkette Walgreens übernimmt den Rivalen Rite Aid. Um sich den Wettbewerber einzuverleiben, geht bei dem Mega-Deal eine stolze Summe über den Tisch.
Die US-Drogeriekette Walgreens hat sich den Konkurrenten Rite Aid einverleibt. Quelle: ap
Walgreens

Die US-Drogeriekette Walgreens hat sich den Konkurrenten Rite Aid einverleibt.

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New YorkDie US-Drogerie- und Apothekenkette Walgreens Boots Alliance schluckt den Rivalen Rite Aid. Für den Deal lege der Konzern rund 9,41 Milliarden Dollar (8,52 Milliarden Euro) auf den Tisch, bestätigte Walgreens am Dienstag. Damit entsteht ein Drogerie-Riese mit weltweit fast 18 000 Geschäften.

Erst vor rund einem Jahr hatte Walgreens das europäische Chemie- und Gesundheitsunternehmen Alliance Boots übernommen. Dem Konzern gehört zudem die in den USA ansässige Kette Duane Reade.

Diese Einzelhändler scheiterten in Deutschland
Verkauf von Kaufhof
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Der Deal ist durch: Nach wochenlangen intensiven Verhandlungen haben sich die Metro und der kanadische Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company auf einen Verkauf von Kaufhof geeinigt. Nach den Erfahrungen mit dem deutsch-amerikanischer Nicolas Berggruen, früher Eigentümer von Karstadt, herrscht Skepsis mit Blick auf einen ausländischen Investor, der den deutschen Markt nicht kennt. Vor allem das Geschäft mit Warenhäusern, von denen es in Deutschlands Innenstädten nur noch Karstadt und Kaufhof gibt, gilt als schwierig.

Spezielle Verhältnisse in Deutschland
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Zwar bescheinigen Verhandlungskreise Richard Baker, dem Eigentümer von Hudson´s Bay Company, und seinem Management, dass sie sehr gut über die speziellen Verhältnisse in Deutschland informiert sind und professionell auftreten. Aber es gibt eine Reihe von erfolgreichen ausländischen Einzelhändlern, die in der Vergangenheit auf dem hart umkämpften deutschen Markt scheiterten.

Wal-Mart gab auf
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Nach acht Jahren in den roten Zahlen gab Wal-Mart 2006 in Deutschland auf. Trotz weltweiter Erfolge war es dem US-Handelskonzern nicht gelungen, sich gegen die starke Konkurrenz der Discounter durchzusetzen. Der Markteintritt sorgte für viele Spekulationen. So dachte man, Wal-Mart könnte die Metro AG schlucken und damit über Nacht zum Branchenprimus werden. Doch es kam anders.

Wal-Mart-Konzept griff nicht
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Sein verlustreiches Deutschlandgeschäft gab der US-Konzern nämlich schließlich an den Konkurrenten Metro ab. Der führende deutsche Handelskonzern übernahm 85 Filialen. Wal-Mart sei nie richtig in Deutschland angekommen, hieß es später in Branchenkreisen. Das Konzept von Wal-Mart griff nicht, die Konzernführung räumte ein, die Schwierigkeiten im hart umkämpften deutschen Markt unterschätzt zu haben.

Marks & Spencer überlebte nicht
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Die britische Kette Marks & Spencer versuchte gleich mehrfach, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Mode traf offenbar den Geschmack der Deutschen nicht – und wurde zum Ladenhüter. 2001 zog das Unternehmen einen Schlussstrich und schloss nicht nur die Geschäfte in Deutschland, sondern auf dem gesamten europäischen Festland. Insgesamt wurden 38 Filialen geschlossen. Die Verluste in den deutschen Filialen waren besonders hoch und machten dem Konzern schwer zu schaffen.

Rückkehr nur Online
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Es dauerte rund zehn Jahre, bis sich Marks & Spencer von dem Flop bei der Expansion erholt hatte. 2012 kam der Modehändler wieder nach Deutschland – die Produkte gab es dieses Mal allerdings nur noch online. Die Briten wollten sich diesmal eine Eigenart zu nutze machen: Deutsche kaufen gerne bequem und billig ein.

Delhaize setzte sich im deutschen Markt nicht durch
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2003 wollte die belgische Delhaize Group (Archivbild) in Deutschland durchstarten. Insgesamt gab es vier Delhaize-Märkte, doch die Filialen in Köln und Aachen waren nicht rentabel. 2008 machten sie nach Delhaize-Angaben einen Umsatz von 19,5 Millionen Euro, schrieben dabei aber einen „leichten Verlust“. Weniger später gab Delhaize bekannt, dass die Filialen verkauft werden sollen.

Mit Rite Aid hat sich Walgreens auf einen Kaufpreis von neun Dollar pro Aktie verständigt. Dies entspricht einer Prämie von 48 Prozent auf den Rite-Aid-Schlusskurs vom Montag von 6,08 Dollar. Nachdem das „Wall Street Journal“ zuerst über den Deal berichtete, legten die Aktien beider Konzerne am Dienstag kräftig zu. Einmal abgeschlossen, dürfte die Fusion nach Angaben der Unternehmen unter Berücksichtigung der Schulden ein Volumen von 17,2 Milliarden Dollar haben. Mit dem Geschäftsabschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2016 gerechnet.

Walgreens Boots Alliance mit Sitz in Deerfield im Staat Illinois hat weltweit mehr als 13 100 Geschäfte und ist die größte Drogerie- und Apothekenkette in den USA. Dort hat Rite Aid über 4600 Läden.

  • ap
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