US-Einzelhandel
Die Angst vor dem „Black Friday“

Heute ist in den USA der sogenannte „Black Friday“. So wird der Freitag nach „Thanksgiving“ genannt, an dem die Amerikaner einen erheblichen Teil ihrer Weihnachtseinkäufe tätigen. Die Einzelhändler legen große Hoffnungen auf diesen Tag, denn sie spüren, dass die Verbraucher jeden Cent zweimal umdrehen. Und Experten befürchten, dass die Branche das Schlimmste noch vor sich hat.

NEW YORK. Der „schwarze Freitag“ ist für die Einzelhändler in den USA der wohl schönste Tag des Jahres. Der Freitag nach „Thanksgiving“, dem Erntedankfest, heißt so, weil die Amerikaner diesen Brückentag in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stets zum intensiven Einkaufen nutzten und den Händlern so schwarze Zahlen für das Jahr bescherten. Die folgenden sechs Wochen Weihnachtsgeschäft, in denen zahlreiche Händler bis zu 40 Prozent ihrer Umsätze erzielen, sind dann noch das Tüpfelchen auf dem i.

Normalerweise. Doch morgen, am „Black Friday“ 2008, geht es bei vielen US-Einzelhändlern nicht um die Gewinnwende, sondern um die bloße Existenz. „Grausame Weihnacht: Wie viele werden abstürzen?“, titelt das Magazin „Business Week“ in seiner aktuellen Ausgabe.

Manchmal kommt das Ende so schnell, dass selbst die Betroffenen es gar nicht mitbekommen. Die 5 000 Mitarbeiter der New Yorker Handelskette Steve & Barry’s etwa erfuhren von ihrer Entlassung vergangene Woche aus der Zeitung. Die Firma, vor gar nicht langer Zeit als aufgehender Stern am US-Modehimmel gefeiert, kündigte ihre Liquidation an – zwei Tage nach einem Bericht darüber im „Wall Street Journal“. Als Grund für den Zusammenbruch führten die Eigentümer Bay Harbour Management und York Capital den „Gesundheitszustand der US-Wirtschaft im Allgemeinen und die Situation des Handels im Besonderen“ an.

Tennis-Star Venus Williams gewann Wimbledon 2008 noch in Kleidern von Steve & Barry’s. Wenige Monate später ist die junge Modemarke Geschichte – zusammen mit dem Konsumrausch, der die US-Wirtschaft jahrelang von einem Konjunktur-Rekord zum nächsten geführt hatte. Der Verbraucher verhalte sich nicht länger „wie Sarah Jessica Parker in der TV-Serie Sex and the City“, sagt Gary Wassner, Chef der New Yorker Investmentfirma Hilldun, die von einem Kaufrausch in den nächsten fällt.

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