US-Einzelhandel
Walmart plant Billig-Offensive gegen Aldi

Aldi setzt Walmart in den USA immer stärker unter Druck. Der Platzhirsch will nun die Preise senken, um wieder mehr Kunden in seine Märkte zu locken. Doch der nächste deutsche Discounter steht schon in den Startlöchern.
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Chicago/DüsseldorfWalmart wappnet sich einem Agenturbericht zufolge für den Kampf gegen Aldi in den USA. Der weltgrößte Einzelhändler wolle die Preislücke zum deutschen Discounter schließen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf vier mit den Plänen vertraute Personen. Zu diesem Zweck fänden in 1200 US-Läden Tests statt.

Damit solle für eine Reihe von Produkten der beste Preis ermittelt werden, in der Hoffnung mehr Kunden in die Supermärkte zu locken. Der Schwerpunkt läge auf Lebensmitteln. Analysten schätzen, dass Walmart bis zu 20 Prozent teurer ist als Aldi. Stichproben von Reuters sollen ergeben haben, dass Walmart bereits mit Preissenkungen begonnen hat.

Aldi ist seit 1976 in den USA vertreten. Bei Lebensmitteln haben die Deutschen einen Marktanteil von 1,5 Prozent, Walmart von 22 Prozent. Allerdings weist Aldi Wachstumsraten von jährlich 15 Prozent auf, der US-Konzern kommt nur auf zwei Prozent. Aldi Süd betreibt schon 1600 Märkte in 35 US-Bundesstaaten, auch Aldi Nord macht mit knapp 500 Läden der Marke Trader Joe’s in Übersee ein gutes Geschäft.

Zudem droht aus Deutschland weitere Konkurrenz: Lidl will in den USA im Sommer früher als geplant die ersten 20 Filialen eröffnen. Nach Schätzungen des auf Handel spezialisierten Marktforschers Planet Retail wird der Discounter in den USA in nur fünf Jahren auf einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro kommen. Rund 550 Lidl-Märkte werden bis 2022 die US-Ostküste überziehen. Zum Vergleich: Aldi Süd hat 30 Jahre gebraucht, um in den USA auf diesen Umsatz zu kommen.

Und auch Aldi rüstet auf: Aldi Süd investiert in den kommenden Jahren rund 1,5 Milliarden Euro in die Modernisierung seines amerikanischen Filialnetzes. Bis zum Jahr 2020 sollen damit rund 1300 Märkte in den USA umgebaut und erweitert werden.

Das Tempo dabei ist enorm. Schon bis zum Ende des kommenden Jahres soll das US-Netz von Aldi auf 2000 Märkte gewachsen sein. Seit 2013 hat Aldi die Zahl seiner monatlichen Kunden um 60 Prozent auf 40 Millionen gesteigert. Bereits in Großbritannien setzen die beiden deutschen Discounter die etablierten Einzelhändlern unter Druck, zu denen dort auch die Walmart-Tochter Asda gehört.

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  • In den 90er Jahren kaufte Walmart die Wertkauf Märkte und war seinerzeit im Deutschen Markt präsent. Wal Mart warb mit Niedrigstpreisen und meinte mit seinem vorbildlichen Warenwirtschaftssystem ALDI und LIDL auszustechen. ALDI kommentierte dies seinerzeit nicht. ALDI ging jeden Niedrigstpreis mit. Das Ergebnis waren horrende Verluste auf seiten Walmart und der Rückzug aus dem Deutschen Markt.

    Auch Tesco hat sich auf einen Preiskampf mit ALDI und LIDL eingelassen. Tesco hat massive Gewinneinbrüche erlitten und kämpft ums Überleben.

    Auch in Australien haben sich die eingesessenen Einzelhändler die Finger im Preiskampf mit den Deutschen Discountern verbrannt.

    Fazit: Bislang war kein Einzelhändler gut damit beraten sich auf einen Preiskampf mit den Deutschen Discountern einzulassen.

    Interessant ist ob Walmart mit seinem gewaltigen Einkaufsvolumen im Heimatmarkt gegen ALDI, LIDL gewinnen kann.

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