US-Einzelhandelskonzern
Wal-Mart-Manager nehmen nach Fleischskandal ihren Hut

Für den US-Einzelhandelsriesen Wal-Mart ist China sein Wachstumsmarkt. Doch nun gibt es Probleme: Nach einem Skandal um falsch ausgewiesenes Schweinefleisch greifen die Behörden durch.
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PekingDer Leiter der US-Handelskette Wal-Mart in China, Ed Chan, ist nach einem Skandal um fälschlich als Bio-Produkt ausgewiesenes Schweinefleisch zurückgetreten. Zwischen dem Fall und Chans Rückzug bestehe aber keine Verbindung, betonte ein Unternehmenssprecher. „Er trat aus persönlichen Gründen zurück“, erklärte er. Auch Vize-Personalchefin Clara Wong räumte ihren Posten.

Laut „Wall Street Journal“ wird Scott Price, Vorstandsvorsitzender von Wal-Mart Asien, die Geschäfte lenken, bis ein Nachfolger für Chan bestimmt wird. Zwei andere Wal-Mart-Manager sind bereits im Mai zurückgetreten. Der Konzern, ebenso wie Carrefour, mussten am Montag auch eine Strafzahlung leisten wegen falsch ausgewiesener Produktionsdaten, schreibt die Zeitung.

Die Behörden der südwestchinesischen Großstadt Chongqing hatten kürzlich 13 Wal-Mart-Filialen vorübergehend geschlossen, die das falsch ausgezeichnete Schweinefleisch 20 Monate lang zu überhöhten Preisen angeboten haben sollen.

Die chinesische Presse hatte groß über den Fall berichtet. Mehrere Angestellte der Kette wurden festgenommen, Wal-Mart muss eine Strafe von umgerechnet etwa 300.000 Euro zahlen. Schweinefleisch ist das meistverzehrte Fleisch in China, der Preis ist binnen des vergangenen Jahres um mehr als 45 Prozent gestiegen. Dennoch kaufen auch die Verbraucher in der Volksrepublik mehr Bio-Fleisch - Skandale wie die Fütterung von Schweinen mit Anabolika tragen zum Misstrauen bei. Wal-Mart ist seit 1996 auf dem chinesischen Markt aktiv und hat mittlerweile mehr als 350 Geschäfte in rund 130 Städten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Vivien Marx
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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  • Ein Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer...!

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