US-Fluggesellschaften
Continental und United fusionieren nicht

In den USA ist eine zweite Mega-Fusion in der Luftfahrtbranche gescheitert. Die viertgrößte Fluggesellschaft des Landes, Continental Airlines, brach die Gespräche über ein Zusammengehen mit dem Konkurrenten United Airlines überraschend ab. Schon gibt es Spekulationen über neue Konstellationen.

HB NEW YORK. Nach Angaben aus Kreisen war für Continental die schlechte finanzielle Lage von United, der derzeitigen Nummer zwei in den USA, für den Schritt ausschlaggebend. Demnach ist Continental auch "in fortgeschrittenen Gesprächen" über eine Allianz mit American Airlines und British Airways. Bei United wird jetzt über eine Fusion mit dem US-Konkurrenten US Airways spekuliert.

In einem Schreiben an ihre Mitarbeiter erklärte die Continental-Führung, das Unternehmen habe entschieden, derzeit keine Fusion mit einer anderen Fluggesellschaft anzustreben. "Wir haben bedeutende kulturelle, operative und finanzielle Stärken im Vergleich zum Rest der Branche, und wir wollen diese Stärken erhalten und ausbauen", erklärten Vorstandschef Larry Kellner und Vize-Präsident Jeff Smisek. "Wir glauben, dass diese Stärken aufs Spiel gesetzt würden, wenn wir eine Fusion mit einer anderen Fluggesellschaft unter den gegenwärtigen Bedingungen eingehen würden."

Erst kürzlich hatte Delta die Übernahme des Konkurrenten Northwest angekündigt und wird damit zur größten Fluggesellschaft der Welt. In Folge dessen war ein baldiges Zusammengehen von Continental und United erwartet worden. Kreisen zufolge kam der Abbruch der Gespräche für United überraschend. Vergangene Woche hatte United einen Quartalsverlust von 537 Mill. Dollar gemeldet, woraufhin die Aktie um mehr als 40 Prozent nachgaben. United ist mit der Deutschen Lufthansa über das Vielfliegerprogramm Star Alliance verbunden.

United und US Airways hatten schon einmal Gespräche über eine Fusion geführt, die 2001 aus kartellrechtlichen Bedenken gescheitert waren. Seitdem haben sich aber der Markt einerseits und die beiden Unternehmen andererseits sehr verändert. So hat United seine Inlandsflüge abgebaut, um sich mehr auf das internationale Geschäft zu konzentrieren. Der United-Mutterkonzern UAL hat mittlerweile eine Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd. Dollar, die von US Airways beträgt derzeit 657 Mill. Dollar.

In der US-Luftfahrtbranche werden Zusammenschlüsse seit Jahren erwartet. Die amerikanischen Airlines waren nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in eine Krise geraten und haben seitdem Verluste von insgesamt 35 Mrd. Dollar eingeflogen. Zu schaffen macht den Gesellschaften auch zunehmend der gestiegene Ölpreis, der in Europa indes wegen des starken Euros weniger deutlich zu spüren ist. Die Lufthansa hatte vergangene Woche ein Rekordergebnis vorgelegt.

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