US-Fluglinien
Delta und Northwest Airlines suchen Schutz vor Gläubigern

Die hochverschuldeten US-Fluggesellschaften Delta Air Lines und Northwest Airlines haben am Mittwoch nach Börsenschluss einen Konkursantrag gestellt. Das Vorgehen könnte für die Nummern drei und vier der Branche zur Rettung werden.

HB NEW YORK. Der Schritt war erwartet worden. Beide Unternehmen sind hochverschuldet. Steht eine US-Gesellschaft nach dem sogenannten Chapter 11 erst einmal unter Insolvenzrecht, wird es für die Gläubiger schwierig, ihr Geld zu bekommen. Anders als hierzulande gilt die Insolvenz in den USA nicht als letzter Akt im Leben eines Unternehmens. Statt abgewickelt zu werden, arbeiten Betriebe teils jahrelang unter dem Schutz des Chapter 11. Denn dieses schottet die ins Trudeln geratene Firma weitestgehend vor einem Zugriff von Außen ab. Das bringt Zeit, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

Susan Donofrio, Luftfahrt-Analystin bei Fulcrum Global Partners, verweist auf eine drohende Verschärfung des US-Insolvenzrechts ab Oktober. Deshalb könnte Delta und auch Northwest Airlines daran gelegen sein, noch im September Konkurs anzumelden, argumentiert sie. Europäische Airline-Manager werten die Möglichkeiten des US-Konkursrechts als versteckte Subvention. Es sei wettbewerbswidrig, wenn US-Airlines unter Chapter 11 ihre komplette Altersversorgung auf den Staat abwälzen dürften und dennoch weiter expandierten, sagte Lufthansa-Finanzchef Karl-Ludwig Kley im August.

Chapter 11 hat jedoch nicht nur Vorteile. Die insolventen Unternehmen müssen sich gefallen lassen, dass sie gläsern für die Außenwelt werden. Alle Entscheidungen und Verträge werden vom zuständigen Gericht veröffentlicht. Zudem kostet die Insolvenz Geld und Einfluss. Konkursverwalter und sonstige Berater müssen vom Unternehmen bezahlt werden und haben ein weitreichendes Mitspracherecht in der Firmenleitung.

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