US-Flugzeugbauer
Boeing stoppt Auslieferung des „Dreamliners“

Nachdem die US-Behörden den Pannenflieger „Dreamliner“ auf den Boden geholt hat, stoppt Hersteller Boeing die Auslieferung. Das wird teuer für den Konzern, die langfristige Produktion sei jedoch nicht in Gefahr.
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New YorkDer US-Flugzeugbauer Boeing stoppt nach der Pannenserie beim „Dreamliner“ die Auslieferung weiterer Maschinen seines Vorzeige-Jets. Das bestätigte eine Boeing-Sprecherin am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Produktion des Langstreckenflugzeugs werde aber fortgesetzt.

Behörden in den USA, Europa und anderen Ländern hatten das Flugzeug wegen Problemen mit neuartigen Batterien aus dem Verkehr gezogen. Boeing werde erst wieder weitere Maschinen ausliefern, wenn die US-Flugaufsichtsbehörde FAA dem „Dreamliner“ Flugtauglichkeit bescheinige. Die FAA hatte am 16. Januar die „Dreamliner“ in den USA gestoppt.

Auslöser für das behördlich verhängte Flugverbot ist die Notlandung eines „Dreamliners“ in Japan, in dem eine Batterie geschmort hatte. Es war das erste Mal seit 34 Jahren, dass die FAA ein Flugverbot für alle Maschinen eines Typs verhängt hat. Die Aufseher in Japan, Europa, Indien, Katar und Chile schlossen sich an.

Die japanischen Gesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL) hatten bereits am Mittwoch kurz nach der Notlandung der ANA-Maschine im japanischen Takamatsu vorerst alle Flüge mit dem „Dreamliner“ ausgesetzt. Die einzige europäische Airline mit dem „Dreamliner“ in ihrer Flotte, die polnische LOT, prüft möglichen Schadenersatz wegen des Flugverbots.

Boeing bedauerte die Ereignisse, steht aber weiterhin zu seinem jüngsten Flugzeugmodell. „Wir sind überzeugt, dass die 787 sicher ist“, sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Das Unternehmen arbeite mit der FAA und anderen Behörden daran, so schnell wie möglich Antworten auf die drängenden Fragen zu finden.

Bereits in der Vorwoche hatte eine Batterie eines am Boden stehenden „Dreamliners“ der JAL Feuer gefangen, außerdem verlor ein Flugzeug vor dem Start rund 150 Liter Treibstoff. Weiter ging die Pannenserie mit einer Störung des Bremscomputers an einem ANA-Jet, einem Ölleck und einem spinnennetzförmigen Riss in einem Cockpit-Fenster.

Den beiden japanischen Gesellschaften JAL und ANA gehören mit 24 Maschinen fast die Hälfte der bisher 50 ausgelieferten „Dreamliner“-Jets. Auch die übrigen Betreiber United Airlines, Air India, LAN Airlines, Qatar Airways, Ethiopian Airlines und die polnische LOT lassen ihre Maschinen inzwischen am Boden.

In Deutschland hat bislang keine einzige Fluggesellschaft den „Dreamliner“ in der Flotte. Air Berlin hat aber 15 Stück bestellt, die 2015 ausgeliefert werden sollen. Tui Travel will 13 Maschinen abnehmen. Diese sollen aber nicht bei der deutschen Tochter Tuifly, sondern in Großbritannien und anderen europäischen Nachbarländern eingesetzt werden. Insgesamt liegen Boeing mehr als 800 Bestellungen für die jeweils etwa 200 Millionen Dollar teuren Flieger vor.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Moderne Leichtbauweise führt in den allermeisten Fällen zu neuen Problemen, nicht nur in der Luftfahrt. Ich empfehle dem neuen Air Berlin Chef Prock-Schauer nach Möglichkeit die Bestellung der 15 Dreamliner für 2015 zu stornieren, und auf ein sich in der Vergangenheit bewährtes Model zurück zu greifen. Dies würde das Vertrauen der Fluggäste in die Airline stärken, was bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens positiv zu Buche schlagen würde.

  • Wenn schon Boeing und Airbus Probleme mit ihren Vögeln haben, dann möchte ich nicht wissen was passiert, wenn die Chinesen mit ihren C919 an den Start gehen.

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